Deutsche Emissionshandelsstelle

Aufbau des Unionsregisters

Im Folgenden erklären wir Ihnen den Aufbau des Unionsregisters. Im Unionsregister wird verzeichnet, wer im Besitz welcher Emissionsberechtigungen ist. Außerdem werden hier alle Transaktionen ausgeführt und dokumentiert. Zunächst finden Sie eine Einordnung in die internationale Registerarchitektur und den europäischen Emissionshandel. Ein weiteres Kapitel ist der EU-Bereich des Unionsregisters. Daran schließen sich der Kyoto-Bereich sowie der öffentliche Bereich des Unionsregisters an.

Internationale Registerarchitektur und europäischer Emissionshandel

Das europäische Unionsregister als technische Grundlage für den europäischen Emissionshandel ist Teil einer internationalen Registerarchitektur. Es ist über das International Transaction Log (ITL) mit anderen Kyoto-Registern verbunden. Das ITL wird von der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) auf Grundlage der „Data Exchange Standards for Registry Systems under the Kyoto Protocol" (DES) betrieben. Eine Transaktion von Kyoto-Gutschriften wird dabei vom ITL auf seine Übereinstimmung mit den DES überprüft. Werden keine Abweichungen festgestellt, bestätigt das ITL die Transaktion.

Die Einhaltung der Regeln des europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) kontrolliert das European Transaction Log (EUTL). Das EUTL ist zuständig für EU-ETS-relevante Transaktionen und Vorgänge wie z. B. Kontoeröffnungen und -schließungen. Zum Teil erfolgt eine zusätzliche Überprüfung durch das EUTL, nachdem das ITL den Vorgang weitergeleitet hat, z. B. bei Transaktionen mit Kyoto-Gutschriften, bei denen mindestens ein Konto im Unionsregister beteiligt ist. Mitunter prüft ausschließlich das EUTL Transaktionen von europäischen Berechtigungen.

Ein weiterer Bestandteil der internationalen Registerarchitektur ist das CDM-Register, das ebenfalls durch das UNFCCC betrieben wird. Es dient der Erzeugung von Zertifikaten aus Projekten des Clean Development Mechanism (CDM). Diese Zertifikate werden Certified Emission Reductions (CER) genannt. Abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen können Transaktionen mit CER vom CDM-Register nur auf Konten in andere nationale Kyoto-Register der am Kyoto-Protokoll beteiligten Staaten erfolgen. Transaktionen von anderen nationalen Kyoto-Registern auf Konten im CDM-Register sind in der Regel nicht möglich.

Die nachfolgende Abbildung zeigt, wie das Unionsregister in die bestehende Registerarchitektur des UNFCCC eingebunden ist.

Aus Sicht des International Transaction Log (ITL) der UNFCCC besteht das Unionsregister aus den Kyoto-Registern der jeweiligen Mitgliedstaaten sowie dem der EU. Innerhalb des Kyoto-Registers der EU existiert ein nochmals abgetrennter Bereich, in dem das EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS) lokalisiert ist.

01.12.2016

EU-Bereich des Unionsregisters

Im EU-Bereich des Unionsregisters werden die Prozesse und Transaktionen des EU-Emissionshandelssystems (EU-ETS) ausgeführt. Hier befinden sich die Anlagen-, Luftfahrzeugbetreiber-, Händler-, Personen- und Prüferkonten des EU-ETS. Die Kontokennung der unterschiedlichen Kontotypen beginnt immer mit EU-100, mit Ausnahme der Prüferkonten, deren Kontokennung mit EU-0 anfängt.

Prüferkonten können keine Zertifikate halten. Sie dienen ausschließlich dazu, geprüfte Emissionen für Anlagen und Luftfahrzeugbetreiber in das Register einzutragen und zu bestätigen.

Europäische Emissionsberechtigungen (kurz Berechtigungen oder Allowances genannt) können nur auf Konten des EU-ETS-Bereichs gehalten werden (EU-100er-Konten). Bei Transaktionen von Berechtigungen prüft das European Transaction Log (EUTL) die Übereinstimmung der Transaktion mit den Regeln des EU-ETS. Das ITL ist bei Transaktionen europäischer Berechtigungen nicht beteiligt.

01.12.2016

Kyoto-Bereich des Unionsregisters

Im Kyoto-Bereich des Unionsregisters wird das nationale Kyoto-Register für den jeweiligen EU-Mitgliedstaat geführt. In diesem Bereich hat jeder Nationalstaat seine Nationalkonten sowie Nachweiskonten im Rahmen des Kyoto-Protokolls. Im nationalen Kyoto-Register enthalten sind auch die Personenkonten mit ihren bisherigen länderspezifischen Kontokennungen. Somit gibt es Personenkonten im EU-Bereich des Unionsregisters, deren Kennung mit EU-100 beginnt sowie im Kyoto-Bereich, die eine spezifische Länderkennung und auch die Kennung des Kontotyps enthalten, z. B. DE-121.

Kyoto-Gutschriften wie z. B. CER oder ERU können sowohl auf Konten des Kyoto-Bereichs als auch auf Konten des EU-Bereichs gehalten werden, auf letzteren allerdings nur dann, wenn diese für einen Umtausch im EU-ETS zugelassen sind. Bei Transaktionen von Kyoto-Gutschriften überprüfen sowohl das ITL als auch das EUTL die Übereinstimmung der Transaktion mit den jeweils geltenden Regelwerken.

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Architektur des Unionsregisters.

Architektur des Unionsregisters Quelle: Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt

01.12.2016

Öffentlicher Bereich

Das Unionsregister bietet öffentlich zugängliche Informationen zu verschiedenen Themen wie Ausgaben von Emissionsberechtigungen, Erfüllungsstatus von Anlagen und Luftfahrzeugbetreibern sowie bestimmte Kontoinformationen, wie z. B. Kontoinhaber. Diese Angaben finden Sie auf der unten verlinkten Internetseite der Europäischen Kommission zum EU-ETS.

01.12.2016

Europäische Kommission

Ergonomiestudie zum Unionsregister

Die DEHSt hatte 2015 eine Studie zur Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit des Unionsregisters beauftragt. Durchgeführt wurde die Studie von der Ergosign GmbH in Saarbrücken, einem Unternehmen, das auf diesem Gebiet langjährige Erfahrung vorweisen kann. Für die Studie wurden alle von Deutschland verwalteten Kontobevollmächtigten und alle europäischen Registeradministratoren gebeten, an einer Umfrage teilzunehmen. Darüber hinaus wurden Registermitarbeiter der DEHSt bei ihrer täglichen Arbeit mit dem Unionsregister beobachtet und hierzu interviewt. Den Abschluss der Studie bildet ein Expert Review, bei dem Experten unabhängig voneinander die Gebrauchstauglichkeit anhand wissenschaftlich fundierter Kriterien (Usability-Prinzipien) bewerteten.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Unionsregister sehr häufig auch den einfachsten Usability-Prinzipien nicht genügt. Die Umfrageergebnisse spiegeln diese Defizite anschaulich wieder.

Wir nehmen die Ergebnisse der Studie zum Anlass, spätestens zur 4. Handelsperiode ab 2021 eine fundamentale Verbesserung der Software-Ergonomie des Unionsregisters, die von der EU-Kommission entwickelt und betrieben wird, zu empfehlen.

29.06.2016

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