Deutsche Emissionshandelsstelle

24.02.2016Kompensationsprojekt 2007-2009

Die Bundesregierung kompensierte bereits für die Jahre 2007 bis 2009 ihre Dienstreisen und die damit verbundene Klimawirkung. Ursprünglich war das Kompensationsprojekt zeitlich nicht begrenzt. Bedauerlicherweise konnte es jedoch nicht über das Jahr 2009 hinaus fortgeführt werden, weil der Deutsche Bundestag die für die weitere Kompensation erforderlichen Haushaltmittel nicht weiter bereitstellte.

Das Kompensationsvolumen für die Jahre 2007 bis 2009 wurde auf der Grundlage der Emissionen des Jahres 2006 festgelegt und berücksichtigte auch Nicht-CO2-Effekte (wie Emissionen von Wasserdampf, von Stickoxiden sowie Ruß-Partikel). Diese Berücksichtigung des so genannten Radiative Forcing Index (RFI) ermöglichte eine konservative Einschätzung der gesteigerten Klimawirkung von Emissionen in großer Höhe (z.B. Förderung vermehrter Wolkenbildung in besonders sensiblen Schichten der Erdatmosphäre). Für diesen Zeitraum wurde insgesamt ein Kompensationsvolumen von 499.126 Tonnen Kohlenstoffdioxidäquivalenten (t CO2äq) berechnet. Um die Klimawirkung der Dienstreisen auszugleichen, wurde pro emittierte Tonne CO2äq ein Zertifikat aus den Emissionsminderungen der geeigneten Projekte erworben und gelöscht. Für die Jahre 2007 und 2008 löschten wir 168.421 Zertifikate. Für das Jahr 2009 war die Kompensationsmenge etwas geringer (162.284 t CO2äq), da der Deutsche Bundestag mit einem Beschluss vom 26.11.2010 nur noch erlaubte, Zertifikate zu erwerben, für die zu diesem Zeitpunkt bereits Lieferverträge abgeschlossen worden waren.

Die Zertifikate stammten aus anspruchsvollen Klimaschutzprojekten, die eine Anerkennung innerhalb des UN-basierten Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) sowie eine Reihe von entwicklungs- und klimapolitischen Zusatzkriterien aufwiesen.

Das Projektportfolio umfasste überwiegend Projekte aus den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Meist wurden Kleinprojekte (so genannte Small-Scale-Projekte) ausgewählt, da sie durch ihre Kostenstruktur im Vergleich zu großen Projekten regelmäßig wirtschaftlich benachteiligt sind. Den hohen Kosten der Projektentwicklung stehen dort geringere Einnahmen aus der kleineren Menge an Zertifikaten gegenüber als bei großen Projekten. Gleichzeitig leisten gerade kleine Projekte oft einen hohen Beitrag zur lokalen Armutsbekämpfung. Außerdem wurden bewusst Projekte in Staaten berücksichtigt, die bisher nur wenig vom CDM profitieren konnten. Hierzu gehören afrikanische Staaten oder Staaten aus der Gruppe der am wenigsten entwickelten Länder (Least Developed Countries (LDC)). Klimaschutzprojekte in diesen Ländern leisten häufig einen besonders hohen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung. Gerade sie sind aber häufig mit schwierigen Rahmenbedingungen – zum Beispiel unzureichender Infrastruktur – konfrontiert und dadurch besonders hohen Risiken ausgesetzt. So ist es leider auch zwei Projekten in Nepal und im Senegal – beides Least Developed Countries (LDC) – ergangen, die ursprünglich für das Projektportfolio vorgesehen waren. Bei beiden Projekten blieb über einen Zeitraum von mehreren Jahren unklar, ob und wann sie tatsächlich Zertifikate erzeugen würden, so dass schließlich, im Interesse eines möglichst zeitnahen Abschlusses der Kompensation, auf andere Projekte in anderen Projektländern ausgewichen werden musste.

Ein Teil der Projekte war nach dem sogenannten Gold Standard zertifiziert, der für besonders hohe Anforderungen an die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit der Projekte steht.

Übersicht über die einzelnen Projekte:

• Stromerzeugung aus Deponiegas in Brasilien
• Stromerzeugung aus Wasserkraft in Honduras
• Effiziente Brennholzkocher in Nigeria
• Biogasanlagen für ländliche Haushalte in Nepal
• Stromerzeugung aus Abwasser in China
• Strom- und Wärmeerzeugung aus Ernteresten in Indien
• Stromerzeugung aus Ernteresten in Indien
• Stromerzeugung aus Wasserkraft in Indien
• Stromerzeugung aus Windkraft in Indien
• Biogasanlagen für ländliche Haushalte in Indien
• Solarlampen für ländliche Haushalte in Indien

Mehr Informationen zum CDM und zum neuen Kompensationsprojekt finden Sie unter den weiterführenden Links.

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