Teilnehmer

Am Emissionshandel nehmen auch nach der Änderung der Emissionshandels-Richtlinie grundsätzlich alle Luftfahrzeugbetreiber teil, deren Luftfahrzeuge auf dem Hoheitsgebiet des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR, Territorium der EU-Mitgliedstaaten und Island, Norwegen und Liechtenstein) starten oder landen (ursprünglicher Anwendungsbereich oder „full scope“). Dies ist in Anhang 1 der Emissionshandels-Richtlinie festgelegt.

Flugzeug auf dem Rollfeld

Es gibt aber auch einige Ausnahmen. So sind beispielsweise Flüge von Luftfahrzeugen mit einem maximal zulässigen Abfluggewicht von weniger als 5.700 Kilogramm vom Emissionshandel ausgenommen. Eine Liste im Anhang der Emissionshandels-Richtlinie benennt weitere Ausnahmen: zum Beispiel Flüge nach Sichtflugregeln, Rettungs-, Polizei-, Militär- und Forschungsflüge. Zudem nehmen gewerbliche Luftfahrzeugbetreiber nicht am Emissionshandel teil, wenn sie innerhalb des ursprünglichen Anwendungsbereichs im Schnitt weniger als zwei Flüge pro Tag durchführen (genau genommen weniger als 243 Flüge in drei aufeinanderfolgenden Viermonatszeiträumen) oder wenn sie, bezogen auf den ursprünglichen Anwendungsbereich, weniger als 10.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) pro Jahr emittieren. Für den Zeitraum vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2020 sind darüber hinaus auch nicht-gewerbliche Luftfahrzeugbetreiber ausgenommen, die bezogen auf den ursprünglichen Anwendungsbereich weniger als 1.000 Tonnen CO2 pro Jahr emittieren.

In der so genannten Verwaltungsmitgliedsstaatenliste sind alle emissionshandelspflichtigen Luftfahrzeugbetreiber, soweit sie der Europäischen Kommission bereits bekannt sind, einem EU-Mitgliedsstaat zugeordnet. Damit ist geregelt, welcher Mitgliedsstaat für welchen Betreiber zuständig ist.

Reduzierter Anwendungsbereich (so genannter reduced scope)

Für das Jahr 2012 sowie die Jahre 2013 bis 2016 hat die EU verschiedene Ausnahmen hinsichtlich des geografischen Anwendungsbereichs erlassen.

Momentan (bis einschließlich Berichtsjahr 2016) sind nach Verordnung (EU) Nr. 421/2014 nur Flüge emissionshandelspflichtig, die auf einem Flugplatz innerhalb des EWR starten und landen. Es gelten hierbei jedoch Besonderheiten hinsichtlich Gebieten in äußerster Randlage sowie Überseegebieten und anderen Territorien. Eine detaillierte Darstellung sämtlicher Regelungen finden Sie in unserer FAQ Nr. LV 005.

Wichtig: Für die Überprüfung, ob ein Luftfahrzeugbetreiber oberhalb oder unterhalb einer der maßgeblichen Schwellen zur Emissionshandelspflicht liegt und/oder für eine Einordnung als Kleinemittent ist der ursprüngliche Anwendungsbereich der Emissionshandelsrichtlinie (so genannter full scope) maßgeblich und nicht der geänderte Anwendungsbereich gemäß Verordnung (EU) Nr. 421/2014.

Stand: 06.10.2016

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