Deutsche Emissionshandelsstelle

Interviews und O-Töne

Hier finden Sie Interviews und O-Töne für Medienberichte als mp3-Datei sowie in Textform. Die O-Töne können Sie sich sehr gern herunterladen und für Medienberichte verwenden.

Wir freuen uns über eine kurze Mitteilung, wo Sie unsere Interviews und O-Töne verwendet haben: emissionshandel@dehst.de

Quelle: ©wellphoto - stock.adobe.com

Podcast "Aus Regierungskreisen": Begrenzen und handeln - das ist das Prinzip

Ein wichtiger Baustein zur Erreichung der Klimaziele ist der Emissionshandel von Treibhausgasen wie Kohlendioxid. Im Jahr 2021 startet in Deutschland die CO2-Bepreisung für die Bereiche Wärme und Verkehr - und damit der Emissionshandel für Brennstoffe. Im Podcast "Aus Regierungskreisen" erklärt der Leiter der Deutschen Emissionshandelsstelle Dr. Jürgen Landgrebe, warum es die CO2-Bepreisung für den Klimaschutz braucht und wie der damit verbundene Emissionshandel dabei hilft, klimaschädliche Treibhausgase zu vermeiden.

16.10.2020

Interview mit Dr. Jürgen Landgrebe zum Europäischen Emissionshandel

Dr. Jürgen Landgrebe, Leiter des Fachbereichs V „Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle“ des Umweltbundesamtes im Interview zu den Fragen wie:

  • Warum brauchen wir den Europäischen Emissionshandel?
  • Wie funktioniert der Europäische Emissionshandel?
  • Funktioniert der Europäische Emissionshandel auch in der Praxis?
  • Ist der Europäische Emissionshandel nicht unfair, weil sich Unternehmen in Sachen Klimaschutz „freikaufen“ können?
  • Kommt das Geld aus dem Europäischen Emissionshandel dem Klimaschutz in Deutschland zugute?

31.07.2020

Presse-O-Töne der DEHSt

Bundesregierung reist klimaneutral

Interview: 3:11 Minuten

Anmoderationsvorschlag: Alle reden zurzeit über den Klima - und Umweltschutz, natürlich auch die Bundesregierung. Die handelt aber auch, indem sie zum Beispiel die Treibhausgasemissionen ihrer Dienstreisen vollständig ausgleicht. Exakt 309.358 Tonnen CO2 waren das im Jahr 2018, wie am 18.12.2019 bekannt wurde – damit reist die Bundesregierung also längst klimaneutral. Wie dieser Ausgleich funktioniert und was jeder von uns tun kann, um seinen persönlichen CO2-Ausstoß zu reduzieren, weiß Stefanie Böther, Klimaschutzexpertin bei der deutschen Emissionshandelsstelle des Umweltbundesamts (UBA ), hallo.

Begrüßung: „Hallo!“ 

1. Frau Böther, was heißt das genau, die Bundesregierung ist bei Dienstreisen klimaneutral unterwegs?

O-Ton 1 (Stefanie Böther, 31 Sek.): „Vorneweg: Ja, die Bundesregierung folgt dem klimaschonenden Ansatz: erst vermeiden und reduzieren, dann kompensieren. Das heißt, Dienstreisen werden durch den erhöhten Einsatz von Video- und Telefonkonferenzen sowie durch eine gewissenhafte Prüfung der Notwendigkeit von Dienstreisen vermieden und reduziert. Verständlich ist, dass Dienstreisen natürlich nicht zu vermeiden sind, wie beispielsweise die Verhandlungen bei den Klimakonferenzen. Ausgeglichen werden daher nur die verbleibenden unvermeidbaren Emissionen, die durch Dienstreisen und -fahrten mit dem Auto oder Flugreisen entstehen – und das schon seit 2014.“

2. Wie funktioniert diese freiwillige Kompensation?

O-Ton 2 (Stefanie Böther, 27 Sek.): „Wir, also das Umweltbundesamt, wir erheben die Daten, und zwar gesammelt über ein ganzes Jahr von allen Ministerien und allen nachgeordneten Behörden, und berechnen dann die Emissionen. Und letztendlich kaufen wir  Gutschriften, sogenannte Zertifikate ein. Diese stammen aus Klimaschutzprojekten, und in Klimaschutzprojekten werden Emissionen vermieden und reduziert. Bieter von Klimaschutzprojekten können uns diese dann einreichen, wir bewerten diese, kaufen Gutschriften ein und löschen diese dann.“

3. Wenn ich mich als Privatperson für eine freiwillige Kompensation entscheide: Wie gehe ich dabei vor?

O-Ton 3 (Stefanie Böther, 24 Sek.): „Also bei Privatpersonen gilt natürlich auch, erst vermeiden und reduzieren, dann kompensieren. Wenn ich denn zum Beispiel einen Flug kompensieren möchte, muss ich natürlich wissen, wie hoch sind meine angefallenen Emissionen? Und dafür kann ich natürlich den UBA-CO2-Rechner nutzen. Dann wählen Sie sich einen Kompensationsanbieter aus, auch dafür haben wir eine Liste. Und Sie suchen sich  danach ein Klimaschutzprojekt aus, kaufen die entsprechende Anzahl an Gutschriften – und diese werden dann stillgelegt.“  

4. Sie haben ja jede Menge Erfahrung auf diesem Gebiet: Wie beziehungsweise woran erkenne ich einen seriösen Kompensationsanbieter?

O-Ton 4 (Stefanie Böther, 27 Sek.): „Ein seriöser Kompensationsanbieter rät seiner Kundschaft, erst zu vermeiden und zu reduzieren, dann zu kompensieren. Letztendlich möchten Sie ja auch ein transparentes Angebot erhalten mit ‚Woher stammen meine Gutschriften? Was für ein Klimaschutzprojekt ist das? In welchem Land liegt es?‘ Sie sammeln also Informationen. Auch unser Ratgeber zum Thema freiwillige Kompensation gibt Ihnen Informationen, damit Sie ein Gefühl bekommen, welche Informationen Sie erhalten sollen.“

5. Welche Kriterien sind da besonders wichtig?

O-Ton 5 (Stefanie Böther, 29 Sek.): „Drei sind besonders entscheidend: Die Qualitätssicherung durch den Standard. Da gibt es zum Beispiel den CDM, das ist ein Projektmechanismus der Vereinten Nationen. Dann die projektspezifischen Aspekte: Wo liegt das Projekt, wie groß, ist es zum Beispiel ein kleines Kocher-Projekt in Ruanda? Und ob das Projekt gegebenenfalls über eine reine CO2-Minderung hinausgeht, einen zusätzlichen Mehrwert hat, wie Gesundheitsschutz vor Ort. Und dann natürlich Ihre eigenen Präferenzen spielen bei der Überlegung auch eine Rolle: Welches Projekt möchten Sie gerne unterstützen?“ 

6. Kritische Stimmen nennen solche freiwilligen Kompensationen von Treibhausgasemissionen einen modernen Ablasshandel. Beruhigt man damit also nur ein bisschen sein Gewissen oder tut man damit wirklich was für Klima und Umwelt?

O-Ton 6 (Stefanie Böther, 38 Sek.): „Kompensation sollte nicht verstanden werden als  Lizenz zu einem unveränderten, klimaschädlichen Verhalten. Sie sollte nicht dazu verleiten, sich nicht mehr um eine klimaschonende Lebensweise zu bemühen, da man sich vermeintlich mit einem relativ geringen Aufwand ein reines Gewissen erkaufen könnte. Das wäre in der Tat problematisch! Es braucht dagegen eine Verhaltensänderung: Ich muss vermeiden, vermindern, reduzieren. Wenn ich aber denn doch kompensiere, hat das den Vorteil, dass ich mir auch bewusst werde über meine eigenen verursachten Emissionen. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch Klimaschutzprojekte eine zusätzliche, positive Auswirkung auf die nachhaltige Entwicklung mit sich gebracht werden kann.“

Stefanie Böther vom Umweltbundesamt mit Tipps für alle, die ihre persönliche CO2-Bilanz in Zukunft verbessern möchten. Danke Ihnen für das Gespräch!

Verabschiedung: „Sehr gerne!“

Abmoderationsvorschlag: Mehr Infos zum Thema finden Sie im UBA-Ratgeber „Freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte“. Den gibt’s auf www.umweltbundesamt.de unter dem Reiter Publikationen zum kostenlosen Download.  

Quelle: point of listening GmbH

CORSIA – Klimaschutz im internationalen Luftverkehr

Interview: 3:41 Minuten

Anmoderationsvorschlag: Sommerurlaub unter Palmen, Shoppen in einer europäischen Großstadt oder einfach nur ein Kurzbesuch bei der Familie: Dafür nehmen immer mehr Menschen das Flugzeug. 2018 starteten laut Statistischem Bundesamt 122,6 Millionen Passagiere von den deutschen Flughäfen – 4,2 Prozent mehr als im Jahr davor, und ein Rückgang ist nicht in Sicht. Wie schädlich diese Vielfliegerei für unser Klima ist und wie in Zukunft mithilfe des neuen globalen Klimaschutzinstruments „CORSIA“ das Wachstum des internationalen Luftverkehrs CO2-neutral gestaltet werden soll, verrät Ihnen Dr. Olaf Hölzer-Schopohl von der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA), hallo.

Begrüßung: „Hallo!“              

1. Herr Hölzer-Schopohl, wie problematisch ist der Luftverkehr für unser Klima?  

O-Ton 1 (Dr. Olaf Hölzer-Schopohl, 36 Sek.): „Aktuellen wissenschaftlichen Studien zufolge hat der Luftverkehr heute einen Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen zwischen 2,5 und 3 Prozent. Berücksichtigt man die stärkere Klimawirksamkeit des Luftverkehrs in großen Höhen, liegt der Anteil sogar bei mehr als 5 Prozent.  Keine andere Art der Fortbewegung ist so klimaschädlich wie eine Flugreise. Neben dem hohen Energieverbrauch sind dafür verschiedene Stoffe wie z.B. Stickoxide oder Wasserdampf verantwortlich, die bei der Verbrennung von Kerosin im Flugbetrieb entstehen. Die gesamte Klimawirkung pro Passagier und Kilometer ist sechsmal so hoch wie durch den Fernverkehr der Bahn.“

2. Verkehrsexperten gehen davon aus, dass der Boom beim Fliegen weitergehen wird. Was bedeutet das für den Klimaschutz?

O-Ton 2 (Dr. Olaf Hölzer-Schopohl, 35 Sek.): „Ja schon jetzt wachsen die Treibhausgasemissionen in der Luftfahrt so stark wie in kaum einem anderen Sektor. Die Branche geht davon aus, dass der Energiebedarf des internationalen Luftverkehrs und damit auch die CO2-Emissionen Jahr für Jahr um weitere 3 Prozent steigen werden. Das hängt natürlich auch mit dem steigenden Passagieraufkommen von ca. 5 Prozent pro Jahr zusammen. Setzt sich das weltweite Wachstum des Luftverkehrs fort, ist davon auszugehen, dass mögliche Klimaschutzerfolge in anderen Bereichen dadurch zunichte gemacht werden. Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass in Zukunft die CO2-Emissionen durch den  Luftverkehr sinken.“

3. Wie soll das gehen?

O-Ton 3 (Dr. Olaf Hölzer-Schopohl, 42 Sek.): „Nur durch einen Instrumentenmix: Zum einen mithilfe neuer Technologien und effizienterer Turbinen sowie mit dem Einsatz von nachhaltigen Treibstoffen und klimaoptimierter Flugroutenführung.  Wir werden zusätzlich ökonomische Maßnahmen einführen müssen, wie eine Erhöhung der Luftverkehrssteuer, die Einführung der Kerosinsteuer und einer Reform des Emissionshandels. Ein neues globales Instrument ist auch die marktbasierte Klimaschutzmaßnahme CORSIA das heißt, Carbon Offsetting and Reduction Scheme. Sie wurde von  der internationalen Zivil-Luffahrtorganisation der Vereinten Nationen 2016 beschlossen und seit dem ersten Januar 2019 schrittweise eingeführt.“

4. Was genau ist CORSIA und wie funktioniert es?

O-Ton 4 (Dr. Olaf Hölzer-Schopohl, 28 Sek.):CORSIA ist ein internationaler  Kompensationsmechanismus und gilt für Fluggesellschaften mit mehr als 10.000 Tonnen jährlichen CO2-Emis­sionen aus internationalen Flügen und Flugzeugen, die ein Höchstabfluggewicht von mehr als 5,7 Tonnen haben. Diese müssen Zertifikate erwerben, um einen bestimmten Anteil ihrer Emissionen zu kompensieren. Damit soll ein CO2-neutrales Wachstum des internationalen Luftverkehrs ab dem Jahr 2020 erreicht werden.“

5. Was heißt „Kompensation“ in diesem Fall konkret?

O-Ton 5 (Dr. Olaf Hölzer-Schopohl, 40 Sek.): „Bei der gesetzlich verpflichtenden Kompensation unter CORSIA werden Klimaschutzaktivitäten finanziert, die zu einer Reduktion des Treibhausgasausstoßes außerhalb des Luftverkehrssektors führen. Diese Klimaschutzprojekte, wie zum Beispiel  der Betrieb von Windkraftanlagen oder Kleinstbiogasanlagen in Entwicklungsländern, müssen Qualitätskriterien erfüllen, die unter CORSIA festgelegt werden. Für die Umweltintegrität der Kompensation ist es entscheidend, dass es ohne die Finanzierung durch CORSIA das Klimaschutzprojekt nicht gegeben hätte. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass die Treibhausgasreduktion dauerhaft ist und dass diese CO2-Minderung tatsächlich nur einmal angerechnet wird.“

6. Wie bewerten Sie CORSIA? Kann man sich jetzt wieder guten Gewissens ins Flugzeug setzen?  

O-Ton 6 (Dr. Olaf Hölzer-Schopohl, 25 Sek.): „Nein - CORSIA ist – vor allem aufgrund seines globalen Charakters – eine Chance für mehr Klimaschutz im weltweiten internationalen Luftverkehr. Allerdings müssen die Regelungen weiterentwickelt und verschärft werden. In seiner jetzigen Ausgestaltung ist CORSIA nur ein erster Schritt und nicht ausreichend für die Erreichung der Klimaschutzziele von Paris. Vielmehr bleibt es deshalb notwendig, dass jeder für sich prüft, ob ein Flug wirklich nötig ist.“

Dr. Olaf Hölzer-Schopohl von der Deutschen Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt über mehr Klimaschutz im Luftverkehr. Danke Ihnen für das Gespräch!

Verabschiedung: „Gerne!“

Abmoderationsvorschlag: Mehr Infos zu CORSIA und zum Emissionshandel im Luftverkehr finden Sie im Internet unter www.dehst.de.

Quelle: point of listening GmbH

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