Deutsche Emissionshandelsstelle

Projekte im Kraftstoffsektor

Unternehmen, die in Deutschland Flüssigkraftstoffe in Verkehr bringen und einer Treibhausgasminderungsquote unterliegen, können ihre Quote ab dem Jahr 2020 teilweise mit Upstream-Emissions-Reduktionen (UER) erfüllen.

Quelle: Leonid Ikan /Fotolia

Projekte im Kraftstoffsektor

Die Verordnung zur Anrechnung von Upstream-Emissionsminderungen auf die Treibhausgasquote (UERV) regelt die Anrechnung der Upstream-Emissions-Reduktionen (UER). UER sind Treibhausgasminderungen, die stattfinden, bevor Rohstoffe für Otto-, Diesel- und Flüssiggaskraftstoff in eine Raffinerie oder ein Lager gelangen. Darunter fallen z.B. Emissionsreduktionen durch das Vermeiden des Abfackelns von Begleitgasen bei der Förderung von Erdöl.

Zur Anrechnung von UER müssen Projekte durchgeführt werden. Die damit verbundenen Emissionsreduktionen werden mit Berechnungsverfahren quantifiziert, die bereits im Clean-Development-Mechanismus (CDM) verwendet werden.

Projekte, die bereits vor der Genehmigung durch das UBA Emissionsminderungen erzielten, sind nicht zulässig. Bei Projekten, die in der Vergangenheit begonnenen wurden, ist nicht davon auszugehen, dass es sich um zusätzliche Emissionsminderungen handelt. Außerdem sieht die Verordnung vor, dass der Anrechnungszeitraum pro Projekt auf ein Jahr begrenzt wird, da sich die Kosten der Projekte innerhalb dieser Zeit amortisieren dürften. Das erste Verpflichtungsjahr, in dem UER verwendet werden können, beginnt am 01.01.2020.

Verpflichtete können maximal 1,2 Prozentpunkte ihrer jährlichen Treibhausgasminderungsquote mit UER erfüllen, wodurch das EU-Ziel von zehn Prozent erneuerbarer Energien im Verkehrssektor gewährleistet wird.

Die UERV trat am 30.01.2018 in Kraft. Sie dient der Umsetzung der Richtlinie (EU) 2015/652 (Durchführungsbestimmungen zur Kraftstoffqualitätsrichtlinie). Zur Umsetzung dieser Richtlinie wurden bereits die 37. und 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) erlassen. Die UERV stellt den abschließenden Teil der Umsetzung dar.

06.02.2018

Verfahren zum Registrieren als Validierungs- und Verifizierungsstelle

Seit dem 30.01.2018 können Sie sich gemäß der Verordnung zur Anrechnung von Upstream-Emissionsminderungen auf die Treibhausgasquote (UERV) als Validierungs- und Verifizierungsstelle beim Umweltbundesamt registrieren lassen.

Welche Voraussetzungen müssen Sie hierfür erfüllen?

Sie sind in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union gemäß DIN EN ISO 14065 (Ausgabe Juli 2013) für die Bereiche

  • der DIN EN ISO 14064-2 (Ausgabe Mai 2012)
  • und der DIN ISO 14064-3 (Ausgabe Mai 2012)

als Validierungs- und Verifizierungsstelle akkreditiert.

Für den Antrag stellen wir Ihnen unser Antragsformular zur Verfügung. Das Antragsformular kann schriftlich oder elektronisch nach § 3a Verwaltungsverfahrensgesetz eingereicht werden. Sofern Sie über einen Zugang verfügen, kann der Antrag bei uns in elektronischer Form über unsere Virtuelle Poststelle (VPS) eingereicht werden. Beachten Sie bitte, dass Sie im Fall der elektronischen Antragstellung das Antragsformular zwingend mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen müssen.

Die Verwaltungsentscheidung über Ihre Registrierung treffen wir auf Grundlage von §§ 33 ff. UERV. Die Registrierung als Validierungs- und Verifizierungsstelle wird im Bundesanzeiger bekanntgegeben.

14.02.2018

Registrierte Validierungs- und Verifizierungsstellen

Diese Liste gibt Ihnen einen Überblick der Validierungs- und Verifizierungsstellen, die nach § 33 Absatz 1 Upstream-Emissionsminderungs-Verordnung (UERV) bisher bei uns registriert sind und nach § 33 Absatz 5 UERV im Bundesanzeiger bekannt gegebenen wurden, soweit sie der Veröffentlichung auf unseren Internetseiten zugestimmt haben. Wenn nicht anders vermerkt, haben die Unternehmen ihren Sitz in Deutschland.

Datum der RegistrierungBefristungArt der StelleUnternehmenTätigkeitsgebiete
07.03.201810.02.2019Validierungs- und Verifizierungsstelleverico SCEWeltweit

04.04.2018

Projektanträge

Der Projektträger muss vor dem Beginn der Projektdurchführung einen Antrag auf Zustimmung beim UBA stellen. Das heißt, die Planungsphase des Projekts kann abgeschlossen sein, aber die konkrete Umsetzung (insbesondere die Bauphase) darf vor Zustimmung nicht begonnen haben. Der Projektantrag muss eine Projektdokumentation und einen Validierungsbericht enthalten. Dieser Bericht muss von einer Validierungsstelle erstellt werden, die zum Zeitpunkt der Finalisierung des Validierungsberichts als Validierungsstelle beim UBA registriert ist. Weitere Anforderungen an einen Projektantrag regelt § 7 Abs. 2 UERV. Wenn alle notwendigen Dokumente vollständig eingereicht sind entscheidet das UBA innerhalb von zwei Monaten über den Antrag.

Ausgenommen und dadurch nicht zustimmungsfähig sind Projekttätigkeiten, durch die Emissionen von Anlagen gemindert werden, die dem europäischen Emissionshandel unterliegen oder die innerhalb Deutschlands liegen und mit öffentlichen Fördermitteln finanziert werden.

06.04.2018

Lesen Sie auch Antwort 068

FAQ (verweist auf: Wer darf Validierungs- und Verifizierungsberichte erstellen?)

Klimaschutzprojekte

Wer darf Validierungs- und Verifizierungsberichte erstellen?

Alle Antworten im Überblick

Online Services