Deutsche Emissionshandelsstelle

CDM ab 2013

Mit der zweiten Verpflichtungsperiode wird das Treibhausgas Stickstofftrifluorid (NF3) unter dem Kyoto-Protokoll erfasst. Grundsätzlich ändert sich für Projektentwickler zunächst nichts – die EU hatte bereits 2008 deutlich gemacht, dass Akteure unter dem EU Emissionshandel Certified Emission Reductions (CER) bis 2020 zur Zielerfüllung nutzen können, unabhängig vom Verlauf der UN Klimaverhandlungen. Allerdings gelten für das EU Emissionshandelssystem für die dritte Handelsperiode ab 2013 neue Regelungen. Die zukünftige Nutzbarkeit von CER hängt vom Zeitpunkt der Registrierung eines CDM-Projekts durch den CDM-Exekutivrat ab und schließt Gutschriften aus so genannten „Industriegasprojekten“ aus. Für Projekte mit Registrierung ab 2013 gilt: CER dürfen nur noch im europäischen Emissionshandel verwendet werden, wenn sie aus den so genannten Least Developed Countries (LDC), also den ärmsten Entwicklungsländern stammen.

11.03.2015

Neue Marktmechanismen & NAMAs

Neben den existierenden flexiblen Mechanismen unter dem Kyoto-Protokoll wird in den UNFCCC-Klimaverhandlungen auch über die Schaffung neuer Marktmechanismen diskutiert, die weitere Anreize für Emissionsreduktionen ganzer Industriesektoren oder politischer Maßnahmen setzen sollen. Diese so genannten sektoralen Mechanismen werden von der EU unterstützt. Die EU Emissionshandelsrichtlinie sieht unter bestimmten Bedingungen vor, dass bilaterale Abkommen mit Schwellen- und Entwicklungsländern die Nutzung solch sektoraler Mechanismen ermöglichen und somit weitere Minderungsgutschriften im EU Emissionshandel genutzt werden können.

Quelle: Perspectives GmbH

Im Dezember 2011 hat die Vertragsstaatenkonferenz in Durban die Einführung eines neuen Marktmechanismus beschlossen, dessen Erarbeitung sich jedoch hinzieht. Mit der praktischen Einführung dieses neuen Marktmechanismus ist daher erst in den nächsten Jahren rechnen.

Bei den internationalen Klimaverhandlungen auf UNFCCC-Ebene wurde die Einführung Nationaler Minderungsmaßnahmen („Nationally Appropriate Mitigation Actions“, NAMAs) beschlossen. Mit NAMAs wird das Ziel verfolgt, nationale Entwicklungspläne und internationale Finanzmittel zu kombinieren um Anreize für einen „grünen“ Wachstumspfad zu setzen. Die Gastgeberländer können dabei Fördermittel nationaler und internationaler Geldgeber und gegebenenfalls Finanzmittel über den Kohlenstoffmarkt in Anspruch nehmen.

11.03.2015

CDM und die Entwicklung neuer marktbasierter Mechanismen

Klimaschutzprojekte zur Anrechnung von auswärtigen Emissionsminderungen auf heimische Minderungsverpflichtungen befinden sich in einer kritischen Phase. Die projektbasierten Mechanismen – speziell der CDM – bieten zunehmend weniger Anreize zur Umsetzung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern.

Zwar wurde die Entwicklung neuer Marktmechanismen international beschlossen, deren genaue Ausgestaltung und Umsetzungsmodalitäten sind bislang jedoch noch nicht definiert. In dieser Übergangsphase bieten bilaterale Länderabkommen die Möglichkeit, Pilotprojekte auf sektoraler Ebene umzusetzen und dabei die Erfahrungen des CDM zu nutzen.

Der vorliegende Zwischenbericht des UFOPLAN-Vorhabens „Die Fragmentierung des Kohlenstoffmarktes und Ansätze zum Umgang damit“ bewertet die Möglichkeiten zur Implementierung von Pilotprojekten auf Grundlage von bilateral vereinbarten Referenzwerten. Die Forschung präsentiert Konzepte zur Entwicklung dieser Referenzwerte, welche am Chilenischen Stromsektor sowie dem sozialen Wohnungsbausektor Südafrikas getestet wurden. Außerdem belegt die Studie, dass entsprechend angepasste Elemente des CDM bei der Entwicklung neuer marktbasierter Mechanismen genutzt werden können.

11.03.2015

Zwischenbericht des UFOPLAN-Vorhabens „Die Fragmentierung des Kohlenstoffmarktes und Ansätze zum Umgang damit“ (auf Englisch)

Sektorale Marktmechanismen in der Übergangsperiode zu einem neuen Klimaschutzabkommen

Die Nutzung von marktbasierten Systemen ist ein wichtiger Baustein im internationalen Klimaschutzregime. Sie ermöglichen kosteneffiziente Minderungsanstrengungen und können außerdem zu einer Erhöhung des Ambitionsniveaus sowohl bei Industrie- als auch Entwicklungsländern beitragen. Bereits auf der 17. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Durban 2011 wurden neue internationale Marktansätze eingeführt. Zum einen wurde ein Neuer Marktmechanismus (NMM) definiert, zum anderen die Entwicklung eines Rahmenwerks für verschiedene Mechanismen (Framework for Various Approaches, FVA) initiiert. Sie sollen dazu beitragen, dass Emissionsminderungen in einem größeren Umfang (scaling up) als bisher im CDM erreicht und damit letztlich Sektoren mit ihren Minderungspotentialen im Ganzen erfasst werden. Auch soll mit diesen neuen Instrumenten stärker als beim CDM auf einen Nettominderungseffekt geachtet werden.

Da die genaue Ausgestaltung des NMM und des FVA noch aussteht und ihre Umsetzung erst in langfristiger Perspektive realistisch ist, stellt sich die Frage, wie die Übergangsperiode zu einem neuen Klimaschutzabkommen für die Marktmechanismen nutzbringend gestaltet werden kann.

Der vorliegende Abschlussbericht des UFOPLAN-Vorhabens „Die Entwicklung sektoraler Marktmechanismen in der Übergangsperiode zu einem neuen Klimaschutzabkommen“ untersucht, wie sektorale Ansätze in einem internationalen Regime der Klimapolitik eine Brücke zwischen existierenden und zukünftigen Mechanismen und Instrumenten schlagen können.

11.03.2015

Abschlussberichts des UFOPLAN-Vorhabens „Die Entwicklung sektoraler Marktmechanismen in der Übergangsperiode zu einem neuen Klimaschutzabkommen“

Industriegasprojekte

Die Europäische Kommission hat mit dem Erlass der Verordnung (EU) Nr. 550/2011 die Verwendung internationaler Gutschriften aus Projekten zur Vernichtung der Industriegase HFC-23 (ein Abfallprodukt bei der Herstellung des Kältemittels HFKW 22) und N2O (Distickstoffoxid oder Lachgas aus der Adipinsäureherstellung) innerhalb des EU-Emissionshandelssystems ab dem 01.01.2013 verboten. Hiervon ausgenommen sind Gutschriften aus bereits existierenden Projekten, die für vor 2013 erfolgte Emissionsreduktionen ausgestellt wurden. Die Verwendung dieser Gutschriften war nur noch bis einschließlich 30.04.2013 zulässig.

Reduktionen aus Industriegasprojekten stellen den Großteil der bislang unter dem Clean Development Mechanism (CDM) ausgestellten CERs dar. Verschiedene Aspekte bewogen die EU dazu, die oben genannten Industriegase aus dem EU Emissionshandel auszuschließen: Unter anderem fördern diese nicht die angestrebte Transformation des Energiesystems. Auch tragen sie nach Auffassung des EU-Verordnungsgebers nicht zum Technologietransfer bei. Ferner kann die hohe Attraktivität dieser Projekte sogar dazu geführt haben, dass die Emissionen dieser Projekte künstlich erhöht wurden um zusätzliche Gutschriften zu generieren („perverse Anreize“) Emissionsreduktionen solcher Projekte erfolgen vornehmlich in Schwellenländern – das Verbot ist somit auch ein Zeichen zur gleichmäßigeren geographischen Verteilung der CDM-Projekte. Schließlich kann es zu Wettbewerbseffekten kommen, welche eine Verlagerung von Emissionen außerhalb der EU nach sich ziehen können („Carbon Leakage (CL)“).

25.06.2012

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