Deutsche Emissionshandelsstelle

Projektregionen

In Deutschland werden zur freiwilligen Kompensation hauptsächlich Projekte aus Asien genutzt. Zwischen 2007 und 2009 stammten 53 Prozent der auf dem freiwilligen Markt gehandelten Zertifikate von Projekten aus Asien. Dabei ist China das wichtigste der asiatischen Gastländer. Aus Lateinamerika stammten im selben Zeitraum 22 Prozent der Projekte, Afrika hatte einen Anteil von 14 Prozent und Europa acht Prozent. Zertifikate mit Ursprung in Nordamerika wurden auf dem deutschen Markt nicht gehandelt.

Bei nordamerikanischen Verbrauchern spielen Projekte aus den USA jedoch eine bedeutende Rolle. Einige Verbraucher bevorzugen Klimaschutzprojekte, die in ihrem Heimatland umgesetzt werden und somit einen lokalen Bezug besitzen. Ist ein Land jedoch Unterzeichner des Kyoto-Protokolls besteht bei inländischen Kompensationsprojekten die Gefahr einer Doppelzählung. Reduktionen werden dann einerseits dem Land angerechnet und gleichzeitig dem Käufer des Kompensationszertifikats.

Ein möglicher Vorteil lokaler, inländischer Kompensation mag darin liegen, dass man sich so vor Ort für den Klimaschutz stark machen kann. Ein Nachteil der inländischen Kompensationsprojekte ist die angesprochene Doppelzählung, die Klimaschutzanstrengungen untergraben kann.

Zudem finden die Kompensationsprojekte meist in Entwicklungs- und Schwellenländern statt, da dort die Kosten pro Tonne Emissionsreduktion geringer sind. Der Preis pro Tonne Reduktion in Deutschland liegt theoretisch also wesentlich höher als bei den selben Projekten im Ausland. So kann für die gleiche Investition mehr Klimaschutz betrieben werden als in Deutschland. Zusätzlich bestehen in Deutschland im Gegensatz zu den meisten Entwicklungsländern bereits viele andere Klimaschutzinstrumente, wie zum Beispiel das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) oder das Marktanreizprogramm. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Durchführung von Kompensationsprojekten im Ausland besteht in dem Technologietransfer, der häufig mit den Projekten einhergeht und langfristige die nachhaltige Entwicklung in anderen Ländern fördern kann.

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