Deutsche Emissionshandelsstelle

Dienstreisen der Bundesregierung

Die Bundesregierung wird die Klimawirkungen der notwendigen Dienstreisen ihrer Beschäftigten für die laufende Legislaturperiode (2014-2017) ausgleichen. Das bedeutet, dass die Klimawirkung der Dienstreisen durch Einsparungen von Emissionen an anderer Stelle kompensiert wird, indem Emissionsminderungsgutschriften aus anspruchsvollen Klimaschutzprojekten erworben werden. Beschafft werden Gutschriften aus Projekten, die nach UN-Regeln unter dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (dem so genannten Clean Development Mechanism, kurz CDM) zertifiziert sind.

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Unsere Aufgaben

Wir unterstützen die Bundesregierung, in dem wir

  • die Emissionen berechnen,
  • hochwertige Klimaschutzprojekte auswählen und
  • CDM-Gutschriften (so genannte zertifizierte Emissionsminderungen, kurz CER) beschaffen und löschen.

Die Kompensation der Dienstreise-Treibhausgasemissionen der Bundesregierung setzt ein wichtiges klimapolitisches Zeichen und schafft positive Anreize. So sollen private Akteure in ihrer Entscheidung zur Kompensation von nicht vermeidbaren Emissionen durch dieses Vorbild gestärkt werden.

08.06.2016

Datenerhebung und -auswertung sowie Emissionsberechnung

Die Maßnahme der Kompensation bezieht sich auf Pkw-Fahrten und Flugreisen. Für Bahnfahrten erwirbt der Bund so genannte „Grüne Fahrkarten“, für die derzeit keine Kompensation erfolgt .

Die zu kompensierenden Emissionen werden nicht zentral erfasst. Daher erheben und ermitteln wir jährlich die Emissionen auf Grundlage der relevanten Flugreisen und Pkw-Dienstfahrten.

Für Flugreisen werden neben der Sitzplatzkategorie und dem wahrscheinlichsten Luftfahrzeugtyp zudem deren zusätzliche Nicht-CO2-Effekte (wie Emissionen von Wasserdampf, Stickoxiden und Ruß-Partikeln) berücksichtigt. Dies erfolgt durch einen so genannten Radiative Forcing (RF) (Strahlungsantrieb) Index (RFI). Dieser ermöglicht eine Schätzung der gesteigerten Klimawirkung von Emissionen im Luftverkehr (z.B. Förderung vermehrter Wolkenbildung in besonders sensiblen Schichten der Erdatmosphäre). Aus der Gesamtheit dieser Daten werden die Emissionen der Flugreisen bestimmt.

Die Emissionen aus den Pkw-Dienstfahrten werden anhand der Kraftstoffverbräuche in Verbindung mit Emissionsfaktoren für die unterschiedlichen Kraftstoffe ermittelt.

27.07.2017

Auswahl der Projekte

Die errechneten Treibhausgasemissionen aus den Dienstreisen der Bundesregierung werden kompensiert, indem Gutschriften aus hochwertigen Klimaschutzprojekten nach dem CDM erworben und gelöscht werden. Der CDM ist einer der drei vom Kyoto-Protokoll vorgesehenen flexiblen Mechanismen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zählt zu den projektbezogenen Mechanismen. Mit dem Erwerb besonders hochwertiger Gutschriften wird zugleich der Reformprozess im CDM unterstützt.

Um die Klimawirkung der Dienstreisen auszugleichen, wird pro emittierte Tonne Kohlendioxidäquivalent (t CO2eq) eine Gutschrift erworben. Die Gutschriften stammen aus Klimaschutzprojekten, die eine entsprechende Menge an Treibhausgasemissionen einsparen. Sie werden auf ein hierzu eingerichtetes Konto beim Deutschen Emissionshandelsregister übertragen und unmittelbar nach dem Erwerb von uns gelöscht. Dies stellt die Dauerhaftigkeit der Kompensation sicher, da eine weitere Verwendung der Zertifikate ausgeschlossen ist. Die Kompensation der Dienstreisen ist eine Aktivität mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit und politischer Signalwirkung. Es ist deshalb wichtig, hohe Maßstäbe an die Projektauswahl zu stellen.

Bei der Auswahl der Klimaschutzprojekte, aus denen die Gutschriften stammen, berücksichtigen wir anspruchsvolle Kriterien. Es werden nur Projekte aus dem CDM genutzt. Damit ist eine Zertifizierung der Emissionsminderungen unter dem Dach der UN-Regeln sichergestellt. Teil der Prüfung von Projekten im CDM ist insbesondere die Bestätigung der Zusätzlichkeit (Additionality), d.h. dass die Emissionsreduktionen nicht ohnehin durchgeführt worden wären. Weiterhin gewährleisten die UN-Regeln im CDM, dass für die Berechnung der Emissionsreduktionen ein realistisches Referenzszenario gewählt wird und dass diese vermiedenen Emissionen regelmäßig von einem unabhängigen Dritten überprüft und verifiziert werden.

Über die UN-Regeln zum CDM hinaus achten wir auf die Einhaltung zusätzlicher Kriterien, um die Hochwertigkeit der Projekte sicherzustellen. So sollten die Klimaschutzprojekte in ihrer Wirkung über eine reine Reduktion von CO2 hinausgehen und einen zusätzlichen nachhaltigen Mehrwert für die Projektländer (so genannte Co-Benefits) aufweisen. Co-Benefits sind z.B. die Weiterbildung von lokalen Arbeitnehmern, die Unterstützung von lokalen Versorgungseinrichtungen, der Schutz sonstiger Umweltbestandteile/Ressourcenschutz, die ländliche Elektrifizierung, die Stärkung von Arbeitsplätzen vor Ort oder der Gesundheitsschutz.

Weitere Kriterien bei der Beschaffung hochwertiger CDM Projekte beziehen sich auf

  • eine zusätzliche Zertifizierung nach dem Gold Standard,
  • eine Einbettung in die Klimaschutzpolitiken des Gastgeberlandes und
  • die Förderung kleiner programmatischer Projekte, nach Möglichkeit aus den am wenigsten entwickelten Ländern.

Bestimmte CDM-Projektarten wie große Wasserkraftprojekte oder Projekte zur Gewinnung oder Verarbeitung fossiler Brennstoffe (ausgenommen in Haushalten) sind ausgeschlossen.

08.06.2016

Aktuelle Ausschreibung und allgemeiner Prozess

Über eine öffentliche Bekanntmachung über den beabsichtigten Erwerb von Gutschriften können uns fristgemäß nationale und internationale Anbieter Gutschriften aus einem oder mehreren CDM-Projekten anbieten.

Im Anschluss bewerten wir die Angebote anhand der Kriterien und treffen eine Auswahl. Danach werden die ausgewählten Gutschriften der Projekte erworben und unwiderruflich im deutschen Kyoto-Register stillgelegt, sprich gelöscht.

Informationen zu den abgeschlossenen Kompensationen der Vorjahre finden Sie auf den folgenden Seiten.

28.07.2017

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