Deutsche Emissionshandelsstelle

Ausgewählte Klimaschutzprojekte

Der energie- und klimapolitischen Zielsetzung der Bundesregierung entsprechend wurden Projekte aus den Sektoren Erneuerbare Energie und Energieeffizienz ausgewählt. Darüber hinaus berücksichtigten wir Zusatzkriterien, um gezielt Projekte zu fördern, die einen besonders hohen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung und Armutsbekämpfung leisten.

Der überwiegende Anteil der Projekte erfüllt die Kriterien des sogenannten Gold Standard. Dies ist ein von einem breiten Bündnis von Umweltschutzorganisationen entwickelter Standard, nach dem sich CDM-Projekte zusätzlich zertifizieren lassen können. Er stellt besonders hohe Anforderungen an die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit der Projekte.

Wir wählten größtenteils Kleinprojekte (so genannte Small-Scale-Projekte) aus, da diese durch ihre Kostenstruktur im Vergleich zu großen Projekten regelmäßig wirtschaftlich benachteiligt sind. Den generell signifikanten Kosten der Projektentwicklung stehen bei Kleinprojekten regelmäßig geringere Einnahmen aus der kleineren Menge an Gutschriften gegenüber als bei großen Projekten. Gleichzeitig stärken gerade Kleinprojekte neben der erzielten Emissionsminderung die lokalen Arbeitsmärkte und leisten damit einen direkten Beitrag zur lokalen Armutsbekämpfung. So werden lokale/regionale Arbeitsmärkte durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze oder zusätzlicher Einnahmequellen gestärkt, beispielsweise bei der Produktion, im Vertrieb und durch die Wartung effizienter Kochöfen oder den Ankauf von zuvor nicht genutzten Ernteresten.

Einzelne Projekte in der Übersicht

Stromerzeugung aus Deponiegas in Mexiko

Quelle: First Climate Markets AG

Mexiko betreibt eine international als ambitioniert anerkannte Klimaschutzpolitik. Mexikos Umweltprioritäten werden im nationalen Klimaschutzgesetz und einer nationalen Klimaschutzstrategie aufgezeigt. So sollen die Treibhausgase um 30 Prozent gegenüber „Business as Usual“ bis 2020 sowie um 50 Prozent bis 2050 gegenüber 2000 reduziert werden. Als erstes Schwellenland hat Mexiko bereits im März 2015 seinen nationalen Minderungsbeitrag (INDC) zur Begrenzung der globalen Erwärmung zur Vorbereitung des internationalen Klimaschutzabkommens eingereicht.

Mit über 120 Millionen Menschen zählt Mexiko zu den einwohnerreichsten Ländern der Welt. Die überwiegend in Städten lebende Bevölkerung leidet besonders unter Luftverschmutzung, der immer noch nicht befriedigenden Lösung der Hausmüllentsorgung und immer größeren Probleme bei der Trinkwasserversorgung.

Das Projekt zur Stromerzeugung aus (Müll-)Deponiegas befindet sich im Ballungsgebiet Monterrey. Die Mülldeponie entspricht den modernen Prinzipien des Abfallmanagements, sodass die Umweltverträglichkeit der Abfallbeseitigung insgesamt gesteigert werden konnte. Auch die Geruchsbelästigung für die Anwohner wird durch das Absaugen und Verbrennen der Deponiegase deutlich reduziert.

Jährlich werden ca. 50.000 MWh Strom ins lokale Netz eingespeist. Das entspricht einer Versorgung von ca. 28.000 Haushalten (gemessen am Durchschnittsverbrauch eines Haushalts). Die Anlagen dieser Mülldeponie stehen derzeit vor einer großen Herausforderung: der Generalüberholung. Die notwendigen Investitionen sind jedoch aus den Erlösen der Stromeinspeisung nicht durchführbar. Ohne weitere Erlöse aus dem Verkauf von Klimaschutzgutschriften stünden die notwendigen Investitionen zur Disposition. Als Konsequenz droht die Stilllegung beziehungsweise der Rückbau der projektrelevanten Einrichtungen. In beiden Fällen wäre das Klimaschutzprojekt gestoppt und das Deponiegas würde ungenutzt freigesetzt.

Über das Projekt

Projektname

Monterrey I LFG to Energy Project

Projektnummer
CDM 4598
Projekttyp
Deponiegas zur Stromerzeugung
Gelöscht 2014
28.921

Stromerzeugung aus Windkraft in Costa Rica

Costa Rica zählt zu den international zukunftsweisenden Ländern im Bereich Klimaschutz. Schon heute nutzt der Staat seine lokalen, erneuerbaren Energieressourcen und hat sich das Ziel gesetzt, bis 2021 treibhausgasneutral zu werden. Die Politik des Landes ist langfristig und nachhaltig auf Emissionsminderung ausgerichtet. Die Energiewirtschaft ist bereits nahezu unabhängig von fossilen Brennstoffen. Über 80 Prozent des Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Jedoch wird eine Versorgung mit weiteren regenerativen Energieträgern angestrebt. Als Herausforderung gilt weiterhin die Versorgung von dünn besiedelten ländlichen Regionen.

Das Projekt ist ein in den Bezirken San Isidro und San Cristobal in Costa Rica gelegener Windpark mit einer Gesamtkapazität von 12,75 MW. Die insgesamt 15 Anlagen sollen jährlich 42 GWh Strom in das nationale Netz von Costa Rica einspeisen. Das entspricht einer Versorgung von über 20.000 Haushalten (gemessen am Durchschnittsverbrauch eines Haushalts). Somit wird nicht nur das nationale Stromnetz stabilisiert, sondern auch die lokale Verfügbarkeit von Elektrizität in dieser ländlichen Region Costa Ricas wesentlich verbessert.

Das Projekt wird von einer lokalen Energie-Kooperative (Mitglieder sind Besitzer, Betreiber und Abnehmer) betrieben. Es führt zu lokaler/regionaler Wertschöpfung und trägt durch die Verbesserung der Netzstabilität zur wirtschaftlichen Entwicklung der ländlichen Region bei. Des Weiteren umfasst die Projektaktivität den Ausbau lokaler Infrastruktur und unterstützt lokale Bildungsangebote und Informationen zum nachhaltigen Energieverbrauch, Klimawandel und Biodiversität.

Über das Projekt

Projektname

Los Santos Windpower Project

Projektnummer
CDM 6275
Projekttyp
Windkraft zur Stromerzeugung
Besonderheiten
teilweise Gold Standard
Gelöscht 2014
19.117

Effiziente Kochöfen in Nigeria

Quelle: atmosfair gGmbH

Nigeria ist mit seinen rund 186 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Es besitzt den größten zusammenhängenden Binnenmarkt und hat die größte Volkswirtschaft des Kontinents. Weiterhin ist das Land reich an natürlichen Ressourcen und gehört zu den wichtigsten Erdölproduzenten weltweit. Trotz des Rohstoffreichtums ist es der nigerianischen Regierung nicht gelungen, diesen für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes zu nutzen. Immer noch lebt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Armut.

Nigeria ist außerdem das Land mit der höchsten Entwaldungsrate weltweit. Das Land verlor zwischen 1990 und 2010 fast die Hälfte seiner Waldfläche. Eine Hauptursache der Entwaldung ist die Entnahme von Feuerholz. Auch wenn Nigeria nicht zu den am wenigsten entwickelten Ländern (sogenannte Least Developed Countries (LDC)) gehört, nutzen im Norden des Landes noch immer bis zu 99 Prozent der Familien Holz zum Kochen. Im landesweiten Schnitt sind es etwa 75 Prozent der Familien. Dabei verbraucht eine Familie mit sieben Personen etwa fünf Tonnen Holz pro Jahr. Dieser enorme Verbrauch an Feuerholz hat im armen Norden des Landes bereits zur beinahe völligen Abholzung der Wälder geführt. Auch das Ausbreiten der Wüsten schreitet fort. Feuerholz ist in Nordnigeria knapp und muss auf Lastwagen und Zügen aus den noch bestehenden Wäldern im Süden des Landes beschafft werden. Das schlägt sich auf den Holzpreis nieder und verursacht hohe Transportemissionen.

Das Projekt „Effiziente Kochöfen“ versucht, dem Abholzen entgegenzuwirken. Es entlastet besonders die ärmsten Haushalte in Nigeria, denn beim Kochen mit den Kochöfen werden etwa 80 Prozent weniger Holz benötigt. Die Öfen verbrennen das Holz sauberer, so dass Frauen und Kinder nicht mehr dem ständigen Rauch und Ruß ausgesetzt sind. Neben der verbesserten Gesundheitssituation bleiben auch übliche Kochgewohnheiten erhalten, denn die Öfen funktionieren Tag und Nacht.

Über das Projekt

Projektname

Improved Cooking Stoves for Nigeria Programme of Activities

Projektnummer
CDM PoA 5067
Projekttyp
effiziente Kochöfen
Besonderheiten
PoA, Gold Standard
Gelöscht 2015
5.800
Gelöscht 2016
30.000
Gelöscht 2017
5.040

Trinkwasserprojekt und effiziente Kocher in Ruanda

Quelle: First Climate Markets AG

Ruanda ist eines der kleinsten und dichtesten besiedelten Länder Afrikas. Trotz Fortschritte bei der Frauenförderung, Grundschulbildung und Ernährungssicherheit gehört das Land nach wie vor zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Human Development Index (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) belegte Ruanda 2016 Platz 159 von 188. Es fällt in die Kategorie „Länder mit niedrigem Entwicklungsstand“.

Seit Jahren flüchten viele Menschen aus Burundi und dem östlichen Kongo nach Ruanda. Neben dem ohnehin hohen Bevölkerungswachstum im Land, steigt zusätzlich der Druck auf natürliche Ressourcen. Der hohe Bedarf an Holz und Kohle zum Kochen führt dazu, dass bereits viele ursprüngliche Bergwälder brandgerodet oder abgeholzt wurden. Die ruandische Regierung setzt sich für den Schutz der verbliebenen Wälder ein und priorisiert die Entwicklung alternativer, umweltschonender Energieformen.

In Ruanda zählen weiterhin Atemwegs- und Durchfallerkrankungen zu eine der häufigsten Todesursachen. Zusammen sind sie für rund ein Viertel der Todesfälle im Kindesalter verantwortlich.

Mit dem Projekt sollen vermeidbare Erkrankungen reduziert und die Kindersterblichkeit nachhaltig verringert werden. In Zusammenarbeit mit dem ruandischen Umweltministerium werden über das DelAgua-Projekt jeweils 600.000 moderne Wasserfilter und effiziente Kochersysteme an arme Familien verteilt. Viele Einwohner bereiten die Mahlzeiten auf traditionelle Weise über dem offenen Feuer zu. Die dabei entstehenden hohen Abgasemissionen belasten das Klima und die Gesundheit der Menschen vor Ort erheblich. Die neuen Kocher sorgen für einen wesentlich effizienteren Verbrennungsprozess. Sie verfügen über eine effiziente Wärmeisolierung, optimieren die Wärmeübertragung zum Kochtopf und verbrauchen so im Betrieb signifikant weniger Brennstoff als die traditionellen Feuerstellen. Weiterhin reduzieren die Kocher gesundheitsschädliche Rauchgase, die mit der Entstehung von zahlreichen Krankheiten der Atemwege, des Herz- Kreislaufsystems und der Augen in Verbindung gebracht werden.

Darüber hinaus verteilt das Projekt Wasserfilter. Diese Filter reinigen das Wasser ohne Hitze, Strom oder Chemikalien. Dadurch entfällt das übliche Abkochen des Wassers. Zusammen mit den effizienten Kochern wird eine große Menge Brennholz beziehungsweise Holzkohle gespart. Dadurch sinken die CO2-Emissionen und das Abholzen von Wäldern wird vermindert. Weitere positive Auswirkungen auf die Umwelt sind die Verminderung von Bodenerosion, die Schonung von Wasserressourcen, und den Erhalt von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen.

Über das Projekt

Projektname

DelAgua Public Health Program in Eastern Africa

Projektnummer
CDM PoA 9626
Projekttyp
Trinkwasser und effiziente Kocher
Besonderheiten
PoA, LDC, Gold Standard
Gelöscht 2015
24.281

Effiziente Kochöfen in Ruanda

Quelle: atmosfair gGmbH

Ruanda ist eines der kleinsten und dichtesten besiedelten Länder Afrikas. Trotz Fortschritten bei der Frauenförderung, Grundschulbildung und Ernährungssicherheit gehört das Land immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Im Human Development Index (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) belegte Ruanda 2016 Platz 159 von 188. Es fällt damit in die Kategorie „Länder mit niedrigem Entwicklungsstand“.

Seit Jahren flüchten viele Menschen aus Burundi und dem östlichen Kongo nach Ruanda. Neben dem ohnehin hohen Bevölkerungswachstum im Land, steigt zusätzlich der Druck auf natürliche Ressourcen. Der hohe Bedarf an Holz und Kohle zum Kochen führt dazu, dass bereits viele ursprüngliche Bergwälder brandgerodet oder abgeholzt wurden. Die ruandische Regierung setzt sich daher für den Schutz der verbliebenen Wälder ein und priorisiert die Entwicklung alternativer, umweltschonender Energieformen im Land. In Ruanda zählen Atemwegs- und Durchfallerkrankungen zu eine der häufigsten Todesursachen. Zusammen sind sie für rund ein Viertel der Todesfälle im Kindesalter verantwortlich.

Die effizienten Öfen verringern den Holzbedarf beim Kochen um bis zu 80 Prozent. Ruandas Haushalte sparen erheblich, denn durch den Einsatz der effizienten Öfen sind sie unabhängig von steigenden Holzkohlepreisen und erhöhten Transport- und Herstellungskosten. Die Ersparnisse ermöglichen den Haushalten, andere finanzielle Ausgaben zu decken. Gleichzeitig werden potentielle Konflikte um Holzressourcen zwischen Flüchtlingen und benachbarten Kommunen minimiert und eingesparte Mittel können von der UNO-Flüchtlingshilfe (UNHCR), für andere Aktivitäten eingesetzt werden.

Der in Deutschland entwickelte und vorgefertigte Ofenbausatz wird hauptsächlich von einheimischen Frauen vor Ort in Ruanda montiert. Sie werden für den Zusammenbau der Öfen trainiert und entlohnt.

Weitere Projektpartner vor Ort:

  • Safer Rwanda, eine unabhängige, gemeinnützige NGO, die sich in verschiedenen Friedens- und Umweltprojekten engagiert.
  • Rwanda Women Network, eine humanitäre NGO, die sich für die Promotion und Verbesserung des sozial-ökonomischen Gemeinwohls von Frauen in Ruanda einsetzt.

Über das Projekt

Projektname
Improved Cook Stoves programme for Rwanda
Projektnummer
CDM PoA 6207
Projekttyp
Effiziente Kochöfen
Besonderheiten
PoA, LDC, Gold Standard
Gelöscht 2015
40.000
Gelöscht 2016
32.000
Gelöscht 2017
40.000

Trinkwasserprojekt in Uganda

Quelle: south pole group

Uganda ist ein sehr fruchtbares Land mit einem hohen Anteil an natürlichen Ressourcen. Die Bevölkerung arbeitet hauptsächlich in der Landwirtschaft. Die Hauptexportprodukte sind Kaffee, Tee und Fisch. Wenngleich wirtschaftliche Fortschritte im Land zu verzeichnen sind -Uganda hat derzeit ein Wirtschaftswachstum von knapp 5 Prozent- gehört es weiterhin zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Uganda hat große Probleme im Bereich der Armutsbekämpfung. Im Human Development Index (HDI) des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) belegte Uganda 2016 Platz 163 von 188. Es fällt in die Kategorie „Länder mit niedrigem Entwicklungsstand“.

Hinzu kommen die enormen Herausforderungen des Klimawandels: zunehmende Wetterextreme, Überschwemmungen, Dürreperioden und Wassermangel sind bereits heute als Folgen sichtbar. Nicht nur die Landwirtschaft und Nahrungssicherheit sind dadurch betroffen, sondern auch die gesamte Gesundheitslage der Bevölkerung. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) starben in Uganda allein im Jahr 2012 ca. 18.500 Menschen, vor allem Kinder, an Magen-Darm-Infektionen (Diarrhoeal disease). Damit zählen diese Infektionen zu den häufigsten Todesursachen. Sie entstehen durch schlechte Wasserqualität, mangelnde sanitäre Einrichtungen und ungenügende Hygiene.

In der Regel wird Wasser abgekocht, um es von Viren und Bakterien zu befreien und trinkbar zu machen. Das Projekt in Ost-Uganda bereitet Trinkwasser mittels einer Chlorlösung für den sicheren Verzehr auf. Das benötigte Wasser wird direkt am Versorgungspunkt mit Chlor behandelt. So entsteht ein sogenanntes lokales Chlorverteilungssystem. Die Chlorverteiler sind mit einem Ventil ausgestattet, um die korrekte Menge Chlor für die Wassercontainer der Anwohner zu erhalten. Diese Technologie macht Abkochen von Wasser vor dem Verzehr überflüssig. Der CO2-Ausstoß wird verringert, da Waldflächen nicht mehr gerodet werden müssen. Zudem entfällt das zeitlich und finanziell aufwendige Beschaffen von Brennholz und Holzkohle. Die Familien haben wieder mehr Zeit und Geld, anderen Grundbedürfnissen nachzugehen. Die Nutzung von Chlorlösungen hilft nicht nur bei der Vermeidung von Magen-Darm-Infektionen. Auch Erkrankungen der Augen und Atemwege, verursacht durch den Rauch offener Kochstellen, werden verringert.

Projektbegleitend werden umfassende Gesundheits- und Hygieneschulungen angeboten. Anwohner werden zu einem sogenannten „Botschafter“ für den örtlichen Verteiler gewählt. Sie werben für dessen Gebrauch, melden technische Probleme und versorgen den Verteiler regelmäßig mit neuem Chlor. Alle Verteiler werden auch stetig durch die lokale NGO Evidence Action auf ihre Funktionstüchtigkeit überwacht.

Über das Projekt

Projektname

International Water Purification Programme

Projektnummer
CDM PoA 5962
Projekttyp
Trinkwasser
Besonderheiten
PoA, LDC, Gold Standard
Gelöscht 2015
12.525

Effiziente Kochöfen in Sambia

Quelle: First Climate Markets AG

Sambia ist eines der am stärksten bewaldeten Länder Afrikas. Etwa 67 Prozent (~49.468.000 ha) von Sambias Landoberfläche sind von Wald bedeckt. Die sambischen Wälder sind jedoch stark durch meist nicht regulierte kommerzielle Abholzung bedroht. Jährlich gehen zwischen 250.000 und 300.000 ha Waldfläche durch Rodungen verloren. Aber auch die Bevölkerung trägt zu dieser Entwaldung bei. Die Verwendung von Holzkohle und Holz für das Kochen und Heizen ist in Sambia weit verbreitet und häufig die einzige Energiequelle. Inzwischen zählt Sambia zu den Ländern mit der höchsten Abholzungsrate Afrikas und der Welt.

In traditionellen Herden ist das Verbrennen ineffizient. Große Mengen an Holz und Holzkohle werden darin nicht vollständig in Wärmeenergie umgewandelt. Dies ist mit weiteren Problemen verbunden: Während des Verbrennens entstehen Asche und das gesundheitsschädliche Gas Kohlenmonoxid. Sie führen zu Atem-, Herz-, Kreislauf- und Augenkrankheiten wie Pneumonie, chronisch obstruktive Lungenerkrankung und Lungenkrebs. Die Luftverschmutzung in Wohnräumen ist eine ernste Bedrohung, denn viele Häuser haben keine ausreichende Belüftung. Darüber hinaus wird das körperlich anspruchsvolle und zeitaufwendige Sammeln von Brennholz typischerweise von Frauen durchgeführt.

Die Projektaktivitäten fördern den Vertrieb und die Installation von energieeffizienten Kochöfen in Sambia wegen des effektiven Weiterleitens der Wärme und des effizienten Verbrennens des Holzes im Vergleich zu den traditionellen Feuerstellen. Mit den neuen Kochherden kann eine durchschnittliche Familie rund 300 Kilogramm Holzkohle im Gegenwert von umgerechnet über 100 US-Dollar einsparen. Laut Weltbank entspricht dies annähernd einem Zehntel des durchschnittlichen Jahreseinkommens. Zusätzlich reduzieren die effizienten Kochöfen die Nachfrage nach Holz oder Holzkohle und senken den Druck auf die Waldressourcen in Sambia. Problemen wie Bodenerosion, Zerstörung natürlicher Lebensräume und dem Verlust von Biodiversität wird entgegengewirkt.

Über das Projekt

Projektname

Improved Cookstoves Program for Zambia

Projektnummer
CDM PoA 8060
Projekttyp
Effiziente Kochöfen
Besonderheiten
PoA, LDC
Gelöscht 2015
25.994
Gelöscht 2017
40.000

Erneuerbare Energien in Südafrika

Quelle: First Climate Markets AG

Seit einigen Jahren besitzt Südafrika eine führende politische und wirtschaftliche Rolle auf dem afrikanischen Kontinent. Das Land hat eine hochentwickelte Volkswirtschaft, große Rohstoffreserven, eine gute Infrastruktur, eine sehr gute Wissenschaftskultur, ein unabhängiges, verlässliches Rechtssystem sowie ein hohes Maß an Pressefreiheit. Dennoch ist Südafrika ein Land mit hoher Arbeitslosigkeit, großer Armut und einer immer noch vorhanden sozialen Ungleichheit. Südafrika steckt seit Jahren in einer Energiekrise. Der wachsende Energiebedarf wird gegenwärtig überwiegend aus der heimischen Kohle gedeckt. Es ist damit einer der weltweit größten Erzeuger von Treibhausgasen (gemessen an den CO2-Emissionen aus energetischer Nutzung in Millionen Tonnen).

Daher plant die südafrikanischen Regierung die Wind- und Sonnenenergie auszubauen und die Kohlendioxidemissionen bis 2025 um 42 Prozent senken zu wollen. Für dieses ehrgeizige Klimaschutzziel benötigt Südafrika Hilfe der internationalen Gemeinschaft. Denn trotz verschiedener Reformen in der südafrikanischen Energiepolitik der vergangenen Jahre sind dezentrale Erzeugungsanlagen für die Nutzung erneuerbarer Energien im Land bis heute nicht weit verbreitet. Obwohl die Umweltbedingungen beispielsweise für die Nutzung von Wind- oder Sonnenkraft sehr günstig sind, macht die unabhängige Stromerzeugung in privaten Klein-Anlagen nur einen Bruchteil der Gesamtstromerzeugung aus: Gemessen an der installierten Erzeugungskapazität in Südafrika haben private EEG-Anlagen unter 15 MW einen Anteil von nur rund zwei Prozent. In diesem Bereich steckt daher großes Potenzial. Ein hoher Kapitalbedarf und oftmals ungünstige Finanzierungsbedingungen machen es privaten Anlagenbetreibern in Südafrika oft schwer, in die entsprechende Technik zu investieren und den erneuerbaren Energien damit zum Durchbruch zu verhelfen.

Hier setzt das South Africa Renewable Energy Programme (SA-REP) an. Das Projekt setzt sich für die Nutzung von Wind-, Sonnen- und Wasserkraft in Südafrika ein und unterstützt die Betreiber dezentraler Energieerzeugungsanlagen. Voraussetzung für die Unterstützung ist, dass die installierte Erzeugungskapazität die Größe von 15 MW nicht übersteigt und dass die Anlagen den erzeugten Strom in das Übertragungsnetz einspeisen. Unterstützt wird ausschließlich die Neuerrichtung von Anlagen an Orten, die bislang nicht für die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien genutzt wurden. Durch den Bau und Betrieb der Anlagen entstehen überall im Land neue Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung. Das Projekt verbessert die regionale und nationale Energieversorgung und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Zudem wird durch das Projekt Strom aus konventionellen Kraftwerken substituiert und Emissionen von Stickstoff, Ruß und Schwefeldioxid vermieden. Das Projekt trägt dazu bei, Technologien zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen zum Durchbruch zu verhelfen. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Energiewende in Südafrika.

Über das Projekt

Projektname

South Africa Renewable Energy Programme (SA-REP)

Projektnummer
CDM PoA 7570
Projekttyp
Erneuerbare Energien
Besonderheiten
PoA
Gelöscht 2015
33.030
Gelöscht 2016
40.000

Stromerzeugung aus Ernteresten in Indien

Quelle: atmosfair gGmbH

Das Projekt liegt im Distrikt Tonk im indischen Bundesstaat Rajasthan, dem flächenmäßig größten Staat des Subkontinents sowie eine der ärmsten Region Indiens. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von Landwirtschaft und Viehzucht. Die Kleinbauern produzieren dabei kaum mehr, als zum Überleben reicht.

Im trockenen Klima ist Senf die wichtigste Ackerpflanze. Die Senfschalen und -stängel, die bei der Verarbeitung zu Senföl übrig bleiben, wurden bisher nicht genutzt und deshalb verbrannt. Das 8-MW-Biomassekraftwerk nutzt die Erntereste, um daraus Strom zu produzieren. Viele tausend Kleinbauern beliefern seit 2007 das Werk mit ihren Ernteresten und verkaufen die früher wertlosen Abfälle an den Anlagenbetreiber. Damit die Bauern, die oft über keine Transportmittel verfügen, den Brennstoff nicht über weite Strecken selbst zu den Kraftwerken bringen müssen, sind Sammelzentren im Umkreis von 50 km um das Werk eingerichtet. Die angelieferten Säcke mit Senfresten werden dort gewogen, die Bauern direkt bezahlt und der Brennstoff anschließend zum Werk transportiert. Dort sorgt ein großes Lager dafür, dass auch außerhalb der Erntezeit genug Material zur Verfügung steht, um ganzjährig Strom zu erzeugen.

Der Energieträger wird mittels direkter Verbrennung verfeuert und so in einem Dampfkessel heißer Wasserdampf erzeugt. Dieser Dampf treibt die Turbinen samt Generator zur Stromerzeugung an. Der Strom wird in das regionale Stromnetz eingespeist. Auch wenn die Erntereste der Senfpflanze den Hauptenergieträger bilden, können bei der genutzten Technik (Energieerzeugung mittels direkter Verbrennung) auch andere verfügbare Erntereste als Biomasse zur Stromerzeugung genutzt werden.

Über das Projekt

Projektname

Electricity generation from mustard crop residues: Tonk, India

Projektnummer
CDM 1774
Projekttyp
Biomasse zur Stromerzeugung
Besonderheiten
Gold Standard
Gelöscht 2014
40.000

Haushaltsbiogas in Nepal

Nepal gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Insbesondere die ländlichen Regionen werden stark unter den Folgen des Klimawandels leiden, in denen die Mehrheit der Bevölkerung lebt und zumeist in der Landwirtschaft arbeitet.

In Nepal ist Biomasse mit 85 Prozent noch immer die am häufigsten genutzte Primärenergiequelle. Im ländlichen Raum nutzen über 80 Prozent der Menschen Feuerholz zum Kochen. Diese Feuerholznutzung führt vor allem für Frauen und Kinder durch eine starke Rauchentwicklung beim Kochen zu erheblichen gesundheitlichen Belastungen. Weiterhin sind u.a. die hohen Abholzungsraten durch die Holznutzung in den Haushalten für den zunehmenden Rückgang der Wälder verantwortlich. Biogas ist daher eine Alternative gegenüber der Holznutzung aus nicht nachhaltiger Waldwirtschaft.

Das Nepal Biogas Support Program-PoA unterstützt den Ausbau und die Nutzung von Biogasanlagen in ländlichen Haushalten in ganz Nepal. Biogas ersetzt zum einen das sonst übliche Feuerholz zum Kochen und reduziert daher den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß, zum anderen ist es eine rauchfreie, bezahlbare und dezentrale Energiequelle insbesondere für ärmere Haushalte auf dem Land. Es kommen unterirdische Kleinbiogasanlagen (zwei bis acht Kubikmeter) zum Einsatz, die Kuhdung, weitere Agrarabfälle und Fäkalien durch anaerobe Vergärung in Biogas umwandeln, das zum Kochen genutzt werden kann. Zwei bis drei Rinder liefern die ausreichende Menge Dung, um eine kleine Anlage zu betreiben.

Eine Biogasanlage spart durchschnittlich drei Tonnen CO2 oder ca. 2.000 kg Feuerholz pro Jahr gegenüber der Nutzung eines offenen "Drei-Steine-Feuers" ein.

Über das Projekt

Projektname

Nepal Biogas Support Program

Projektnummer
CDM PoA 9572
Projekttyp
Haushaltsbiogas
Besonderheiten
PoA, LDC, Gold Standard
Gelöscht 2014
40.000
Gelöscht 2015
22.000
Gelöscht 2016
40.000
Gelöscht 2017
55.000

Haushaltsbiogas in China

Quelle: UPM Umwelt-Projekt-Management GmbH

Die ländlichen Gebiete der Provinz Sichuan gehören zu den ärmsten in China. Insbesondere die ländlichen Regionen werden stark unter den Folgen des Klimawandels leiden. In der Provinz Sichuan gibt es 36 Verwaltungsbezirke, die offiziell als „nationale Armutsbezirke“ deklariert wurden, damit sie finanzielle Hilfe der chinesischen Regierung in Anspruch nehmen können.

Das Projekt leistet einen spürbaren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung Sichuans und erbringt einen hohen sozioökonomischen und ökologischen Nutzen, indem die Lebensqualität verbessert wird. So werden bis zu eine Million einkommensschwache Kleinbauernhaushalte mit klimafreundlichen Biogasfermentern und praktischen Biogaskochstellen ausgestattet. Anstelle der weit verbreiteten Entsorgung tierischer Fäkalien in offenen Güllegruben behandeln diese Biogasanlagen die Exkremente anaerob in geschlossenen Tanks und stellen den Farmen das dabei entstehende Methan als sauberes Biogas zum Kochen zur Verfügung. Die bislang übliche äußerst rauchintensive und gesundheitsschädliche Verbrennung von Kohle und Feuerholz in veralteten Öfen wird damit überflüssig. Vor allem Frauen und Kinder sind durch eine starke Rauchentwicklung beim Kochen in Haushalten betroffen.

Durch die Nutzung von Methanemissionen aus der Tierhaltung sowie den Ersatz von Kohle und Feuerholz durch Biogas reduziert das Projekt die Treibhausgasemissionen aus zwei bedeutenden Emissionsquellen in ländlichen Regionen. Zudem werden die Treibhausgasemissionen reduziert, die Rauchbelastung verringert, die sanitären Umstände verbessert, und die Herstellung organischer Düngemittel gefördert.

Das nach Gold Standard zertifizierte Projekt ist eines der weltweit größten und ambitioniertesten Klimaschutzprogramme im CDM (gemessen an der gesamten Treibhausreduktion des Projekts von über 20 Mio. t CO2 Äq über die gesamte Laufzeit).

Über das Projekt

Projektname

Sichuan Rural Poor-Household Biogas Development Programme

Projektnummer
CDM PoA 2898
Projekttyp
Haushaltsbiogas
Besonderheiten
PoA, Gold Standard
Gelöscht 2014
10.000
Gelöscht 2015
40.000
Gelöscht 2016
41.502
Gelöscht 2017
55.000

Stillgelegte Gutschriften in der Übersicht

Durch das Stilllegen der Gutschriften aus dem Clean Development Mechanism (CDM) sind die Emissionen der Dienstreisen der Bundesregierung durch Klimaschutzprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern ausgeglichen. Die Tabelle zeigt Ihnen, wie viele Gutschriften im Auftrag der Bundesregierung für die Dienstreise-Emissionen des jeweiligen Jahres stillgelegt worden sind.

Emissionsgutschriften der einzelnen Jahre
KompensationsjahrAnzahl der GutschriftenStatus
2014138.038Stillgelegt
2015203.630Stillgelegt
2016235.240Stillgelegt
2017298.040Stillgelegt

04.12.2018

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