Deutsche Emissionshandelsstelle

Workshop: GMBM – CO2-Kompensation (Offsetting) in der internationalen Luftfahrt

Die Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt veranstaltete am 30.11.2016 einen Workshop zur Nutzung von Projektgutschriften im internationalen Luftverkehr. Titel und Inhalt dieses Workshops waren „Offsets under ICAO's GMBM: A Robust Design Approach for Ensuring Environmental Integrity of Offsets under a Global MBM Scheme for International Aviation in the light of the Paris Agreement”.

Nach langjährigen Konsultation wurde von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO im Oktober 2016 eine Resolution zur Einführung einer globalen marktbasierten Klimaschutzmaßnahme (GMBM) verabschiedet. Ziel der ICAO dafür ist ein kohlenstoffneutrales Wachstum des internationalen Luftverkehrs ab dem Jahr 2020. Die GMBM mit dem Namen CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) ist ein wesentlicher Bestandteil des ICAO Maßnahmenpaketes zur Minderung der Klimawirkungen des Sektors und ist als Kompensationsmechanismus ausgestaltet.

Der Workshop wurde mit internationalen Experten durchgeführt. Der thematische Fokus lag zunächst auf der Frage nach einer Koppelung des Kompensationsmechanismus im Luftverkehr mit den bestehenden marktbasierten Maßnahmen unter dem Kyoto-Protokoll (insbesondere dem CDM) sowie mit neuen Marktmechanismen, wie sie das Pariser Übereinkommen vom Dezember 2015 vorsieht (Block 1 des Workshops). Weitere Schwerpunkte der Diskussion lagen auf Fragen zur Gewährleistung der ökologischen Integrität von Kompensationsmechanismen (Block 2) und zu weiteren Schritten der Implementierung von CORSIA (Block 3).

10.05.2017

Slides

Klimakonferenzen in Bonn - Mai 2017

Einer der wichtigsten übergreifenden Aspekte in der Ausgestaltung der neuen Marktmechanismen nach Artikel 6 des Übereinkommens von Paris ist die Sicherstellung der Umweltintegrität bei der Übertragung und Nutzung internationaler Minderungsleistungen. Vor dem Hintergrund der kommenden Klimaverhandlungen in Bonn fasst das vorliegende Diskussionspapier wesentliche Ergebnisse über Gestaltungsoptionen zur Wahrung der Umweltintegrität zusammen.

Es verdeutlicht, dass – im Vergleich zur Nutzung inländischer Minderungsmaßnahmen zur NDC-Erreichung – die Übertragung internationaler Minderungsleistungen nicht zu höheren globalen Treibhausgasemissionen führen darf. Es werden vier Maßnahmen zur Wahrung der Umweltintegrität identifiziert und beschrieben:

  • eine strenge Bilanzierung internationaler Übertragungen,
  • die Qualität der übertragenden Minderungseinheiten,
  • ein robustes NDC-Ziels des übertragenden Landes sowie
  • Anreize zur Ambitionssteigerung.

Weiterhin werden Fragen zur Festlegung von Referenzszenarien der Vertragsparteien des Paris-Abkommens sowie zur Nachweisbarkeit der Zusätzlichkeit (Additionality) von unter Artikel 6 des Paris-Abkommens erzeugten Minderungseinheiten diskutiert.

Der Inhalt dieser Publikation reflektiert nicht notwendigerweise die offizielle Meinung des Umweltbundesamtes.

24.03.2017

Paris-Abkommen

Die projektbasierten Mechanismen CDM und JI sind als Elemente des Kyoto-Protokolls in ihrer Anwendbarkeit an die Verpflichtungsperioden des Kyoto-Protokolls gebunden.

Ab 2021 greift das 2015 verabschiedete Übereinkommen von Paris für den globalen Klimaschutz, das in Artikel 6 ebenfalls die Möglichkeit zur internationalen Nutzung von marktbasierten Mechanismen vorsieht.

Experten der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) unterstützen das Bundesumweltministerium bei der politischen Ausgestaltung dieser Instrumente und bei der Erarbeitung der Ausführungsvorschriften im Rahmen der Klimaverhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen (UNFCCC).

Am 25.01.2017 fand im Rahmen des UFOPLAN-Vorhabens „Analyse der Wechselwirkungen zwischen neuen Marktmechanismen und Emissionshandelssystemen“ (FKZ 3714 41 5060) ein vom Auftragnehmer „adelphi“ organisierter Workshop mit dem Titel „Options for enhancing international cooperation to implement Article 6 of the Paris Agreement – German and international perspectives“ statt.

Deutsche und internationale Experten diskutierten den Stand der Verhandlungen sowie exemplarisch die Nutzbarkeit des Artikel 6 durch Länder wie die Ukraine, Vietnam und Äthiopien.

Klimakonferenz in Marrakesch - Diskussionspapiere des Umweltbundesamtes

In Vorbereitung für die internationale Klimakonferenz in Marrakesch (07. bis 18.11.2016) wurden im Auftrag des Umweltbundesamtes drei Diskussionspapiere erarbeitet. Diese beschäftigen sich mit Schlüsselthemen für die Diskussion und Ausarbeitung internationaler Regeln für Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens. Artikel 6 ermöglicht die Nutzung von internationalen Marktmechanismen zur Erfüllung von Klimaschutzbeiträgen der Staaten.

Die Inhalte der Publikationen reflektieren nicht notwendigerweise die offizielle Meinung des Umweltbundesamtes.

Discussion Paper: CDM Supply Potential up to 2020 (09.08.2017, PDF, 651KB, Datei ist nicht barrierefrei)

This pa­per was writ­ten for the Ger­man En­vi­ron­ment Agen­cy (UBA) as part of the pro­ject tit­led “Ana­ly­se der ak­tu­el­len Ent­wick­lung im glo­ba­len Koh­len­stoff­markt” (FKZ 3715 42 510 0). This pro­ject is being car­ried out by Ne­w­Cli­ma­te In­sti­tu­te (coor­di­na­ti­on) in co­ope­ra­ti­on with Öko-In­sti­tut and Lam­bert Schnei­der.

Discussion Paper: Market Mechanisms in the Paris Agreement – Differences and Commonalities with Kyoto Mechanisms (02.11.2016, PDF, 312KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Die­ses Dis­kus­si­ons­pa­pier ana­ly­siert Ar­ti­kel 6 des Pa­ri­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­mens und ver­gleicht die Pa­ri­ser An­sät­ze mit de­nen des Kyo­to-Pro­to­kolls. Dar­über hin­aus wer­den wich­ti­ge Er­fah­run­gen aus den Kyo­to-Me­cha­nis­men für die Um­set­zung von Ar­ti­kel 6 be­nannt.

Discussion Paper: Robust Accounting of International Transfers under Article 6 of the Paris Agreement – Preliminary Findings (02.11.2016, PDF, 560KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Das Pa­pier stellt vor­läu­fi­ge Er­geb­nis­se zu Kern­fra­gen und Op­tio­nen für ei­ne stren­ge Bi­lan­zie­rung in­ter­na­tio­na­ler Über­tra­gun­gen un­ter Ar­ti­kel 6 des Pa­ri­ser Kli­ma­schutz­ab­kom­mens vor.

Discussion Paper: Categorization of INDCs in the light of Art. 6 of the Paris Agreement (02.11.2016, PDF, 289KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Die­ses Dis­kus­si­ons­pa­pier ana­ly­siert für 163 ein­ge­reich­te Kli­ma­schutz­bei­trä­ge ver­schie­de­ne As­pek­te, die für ei­ne stren­ge Bi­lan­zie­rung in­ter­na­tio­na­ler Über­tra­gun­gen wich­tig sind. Dies bein­hal­tet bei­spiels­wei­se den Typ des Ziels, das Re­fe­renz­jahr bzw. die -pe­rio­de, das Ziel­jahr bzw. die –pe­rio­de, die sek­to­ra­le und geo­gra­fi­sche Reich­wei­te des Ziels oder die be­ab­sich­tig­te Ver­wen­dung von Markt­me­cha­nis­men. Das Pa­pier fasst zu­sam­men, wel­che Län­der mit wel­chem An­teil an den glo­ba­len Treib­h­aus­ga­se­mis­sio­nen wel­che Art von Kli­ma­schutz­bei­trä­gen ein­ge­reicht ha­ben.

CDM und die Entwicklung neuer marktbasierter Mechanismen

Klimaschutzprojekte zur Anrechnung von auswärtigen Emissionsminderungen auf heimische Minderungsverpflichtungen befinden sich in einer kritischen Phase. Die projektbasierten Mechanismen – speziell der CDM – bieten zunehmend weniger Anreize zur Umsetzung von Klimaschutzprojekten in Entwicklungsländern.

Zwar wurde die Entwicklung neuer Marktmechanismen international beschlossen, deren genaue Ausgestaltung und Umsetzungsmodalitäten sind bislang jedoch noch nicht definiert. In dieser Übergangsphase bieten bilaterale Länderabkommen die Möglichkeit, Pilotprojekte auf sektoraler Ebene umzusetzen und dabei die Erfahrungen des CDM zu nutzen.

Der vorliegende Zwischenbericht des UFOPLAN-Vorhabens „Die Fragmentierung des Kohlenstoffmarktes und Ansätze zum Umgang damit“ bewertet die Möglichkeiten zur Implementierung von Pilotprojekten auf Grundlage von bilateral vereinbarten Referenzwerten. Die Forschung präsentiert Konzepte zur Entwicklung dieser Referenzwerte, welche am Chilenischen Stromsektor sowie dem sozialen Wohnungsbausektor Südafrikas getestet wurden. Außerdem belegt die Studie, dass entsprechend angepasste Elemente des CDM bei der Entwicklung neuer marktbasierter Mechanismen genutzt werden können.

Zwischenbericht des UFOPLAN-Vorhabens „Die Fragmentierung des Kohlenstoffmarktes und Ansätze zum Umgang damit“

Sektorale Marktmechanismen in der Übergangsperiode zu einem neuen Klimaschutzabkommen

Die Nutzung von marktbasierten Systemen ist ein wichtiger Baustein im internationalen Klimaschutzregime. Sie ermöglichen kosteneffiziente Minderungsanstrengungen und können außerdem zu einer Erhöhung des Ambitionsniveaus sowohl bei Industrie- als auch Entwicklungsländern beitragen. Bereits auf der 17. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Durban 2011 wurden neue internationale Marktansätze eingeführt. Zum einen wurde ein neuer Marktmechanismus (NMM) definiert, zum anderen die Entwicklung eines Rahmenwerks für verschiedene Mechanismen (Framework for Various Approaches, FVA) initiiert. Sie sollen dazu beitragen, dass Emissionsminderungen in einem größeren Umfang (scaling up) als bisher im CDM erreicht und damit letztlich Sektoren mit ihren Minderungspotentialen im Ganzen erfasst werden. Auch soll mit diesen neuen Instrumenten stärker als beim CDM auf einen Nettominderungseffekt geachtet werden.

Da die genaue Ausgestaltung des NMM und des FVA noch aussteht und ihre Umsetzung erst in langfristiger Perspektive realistisch ist, stellt sich die Frage, wie die Übergangsperiode zu einem neuen Klimaschutzabkommen für die Marktmechanismen nutzbringend gestaltet werden kann.

Der vorliegende Abschlussbericht des UFOPLAN-Vorhabens „Die Entwicklung sektoraler Marktmechanismen in der Übergangsperiode zu einem neuen Klimaschutzabkommen“ untersucht, wie sektorale Ansätze in einem internationalen Regime der Klimapolitik eine Brücke zwischen existierenden und zukünftigen Mechanismen und Instrumenten schlagen können.

Abschlussberichts des UFOPLAN-Vorhabens „Die Entwicklung sektoraler Marktmechanismen in der Übergangsperiode zu einem neuen Klimaschutzabkommen“

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