Deutsche Emissionshandelsstelle

Ausblick

Für den Klimaschutz bedarf es globaler Anstrengungen und Maßnahmen in allen Ländern. Dafür sieht das Übereinkommen von Paris neben eigenen Minderungsbeiträgen auch besondere Kooperationsmechanismen vor. Mit diesen Mechanismen werden Wirkungen von Klimaschutzprojekten zwischen den Ländern handelbar und gegenseitig auf die jeweiligen Klimaziele anrechenbar. Wir informieren Sie auf den folgenden Seiten zu den Klimakonferenzen und diesen Marktmechanismen unter dem Pariser Klimaschutzabkommen.

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Klimakonferenzen

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Glasgow – November 2021 (Vorschau)

Auf der Klimakonferenz in Glasgow (Conference of the Parties (COP) 26) soll das Kapitel des Regelwerks zum Übereinkommen von Paris finalisiert und verabschiedet werden. Die Konferenz wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie von Ende 2020 auf November 2021 verschoben. Aktuelle Informationen hierzu finden Sie auf der UNFCCC-Website.

Madrid – Dezember 2019

Die Ausgestaltung der neuen Marktmechanismen nach Artikel 6 des Übereinkommens von Paris steht erneut auf der Tagesordnung der Vertragsstaatenkonferenz zur Klimarahmenkonvention. Diese Konferenz sollte im Dezember in Chile stattfinden, wurde aber wegen der innenpolitischen Situation von Chile nach Madrid in Spanien verlegt.

Während der letzten Vertragsstaatenkonferenz im Dezember 2018 in Katowice wurde bereits ein detaillierter Textentwurf erarbeitet, der am Ende aber noch nicht die Zustimmung aller Vertragsstaaten fand. Ziel ist es jetzt, auch diesen Teil des Regelwerks zum Übereinkommen von Paris zu beschließen.

Im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden mehrere Diskussionspapiere angefertigt, in denen wichtige Aspekte des Gutschriftenmechanismus unter Artikel 6.4 näher beleuchtet werden. Dieser Mechanismus soll ab 2021 die Nachfolge des CDM unter dem Kyoto-Protokoll antreten, dabei allerdings entscheidende Verbesserungen enthalten, vor allem hinsichtlich einer robusten Anrechnung der Emissionsminderungen und einer besseren Einbindung in die nationale Klimapolitik des Gastgeberstaates.

Diese Diskussionspapiere richten sich an die internationale Fachöffentlichkeit, insbesondere an die Delegierten zur Klimakonferenz sowie Beobachter, und sind daher in englischer Sprache verfasst. Eine deutsche Zusammenfassung ist enthalten. Die Papiere sind als Beiträge des Umweltbundesamtes zu einer offenen Diskussion zu verstehen und behandeln folgende Themen:

  • Einführung von Anreizen zur Beteiligung von privaten Unternehmen unter Artikel 6.4 des Übereinkommens von Paris
    (Incentives for Private Sector Participation in the Article 6.4 Mechanism)
  • Die Rolle des Art. 6.4-Mechanismus auf dem Weg zu einer netto-null Emissionswelt
    (Options for fostering a net-zero GHG emission world under the Paris Article 6.4 Mechanism)

Weitere vier Diskussionspapiere aus dem Vorhaben „Entwicklung von Optionen und Ausgestaltungsmöglichkeiten zum neuen internationalen Marktmechanismus gemäß Artikel 6 des Paris Abkommens“ (FKZ 3717 41 5040)“ wurden bereits im Frühjahr 2019 veröffentlicht behandeln die folgende Fragen:

  • Wie bewirkt der Mechanismus unter Art. 6.4 eine Gesamtminderung der globalen Emissionen?
    Achieving Overall Mitigation of Global Emissions under the Paris Article 6.4 Mechanism
  • Nutzung von Benchmarks zur Festlegung von Baselines für Minderungsaktivitäten unter Artikel 6.4 des ÜvP
    Benchmarks to determine baselines for mitigation action under the Article 6.4 mechanism
  • Beiträge zur Ambitionssteigerung durch Nutzung des Art. 6.4 ?
    Options for fostering increasing ambition levels under the Paris Article 6.4 Mechanism
  • Welchen Beitrag kann der freiwillige Markt in Zukunft zur Ambitionssteigerung leisten?
    The Voluntary Carbon Market: What May Be Its Future Role and Potential Contributions to Ambition Raising?

Im Oktober 2018 wurden diese Themen bei einem Expertenworkshop in Berlin unter dem Titel „Maximising the Mitigation Impact of the Article 6.4 Mechanism“ in Berlin diskutiert. Die Dokumentation des Workshops fasst die Ideen und Vorschläge aus dieser Veranstaltung zusammen.

Kattowitz – Dezember 2018

Bonn – November 2017

Robuste Bilanzierung der internationalen Minderungsleistungen

Ein wichtiger Aspekt in der Ausgestaltung der neuen Marktmechanismen nach Artikel 6 des Übereinkommens von Paris ist die Sicherstellung einer robusten Bilanzierung der internationalen Minderungsleistungen. Das in Vorbereitung auf die internationale Klimakonferenz in Marrakesch (07. bis 18.11.2016) im Auftrag des Umweltbundesamtes angefertigte vorläufige Diskussionspapier „Robust Accounting of International Transfers under Article 6 of the Paris Agreement – Preliminary Findings“ wurde nun vor dem Hintergrund der Klimakonferenzen in Bonn (06. bis 17.11.1017) ergänzt und finalisiert.

Das vorliegende Papier erörtert wichtige Aspekte und Ansätze, um eine robuste Bilanzierung bei der internationalen Übertragung von Emissionsminderungen aus Marktmechanismen unter Artikel 6 des Pariser Klimaabkommens sicherzustellen. Es gibt zunächst einen Überblick, welche Aspekte geregelt werden müssen, und zeigt mögliche Regelungsansätze auf. Erweitert wurde die Veröffentlichung nun um das Thema des Zusammenhangs zwischen Minderungszeitpunkt und Zeitrahmen der Klimaziele der Vertragsstaaten für die Bilanzierung. Außerdem werden Fragen der Nachverfolgung und Dokumentation von internationalen Übertragungen analysiert.

Sicherstellung der Umweltintegrität bei der Übertragung und Nutzung internationaler Minderungsleistungen

Einer der wichtigsten übergreifenden Aspekte in der Ausgestaltung der neuen Marktmechanismen nach Artikel 6 des Übereinkommens von Paris ist die Sicherstellung der Umweltintegrität bei der Übertragung und Nutzung internationaler Minderungsleistungen. Vor dem Hintergrund der kommenden Klimaverhandlungen in Bonn fasst das vorliegende Diskussionspapier wesentliche Ergebnisse über Gestaltungsoptionen zur Wahrung der Umweltintegrität zusammen.

Es verdeutlicht, dass – im Vergleich zur Nutzung inländischer Minderungsmaßnahmen zur NDC-Erreichung – die Übertragung internationaler Minderungsleistungen nicht zu höheren globalen Treibhausgasemissionen führen darf. Es werden vier Maßnahmen zur Wahrung der Umweltintegrität identifiziert und beschrieben:

  • eine strenge Bilanzierung internationaler Übertragungen,
  • die Qualität der übertragenden Minderungseinheiten,
  • ein robustes NDC-Ziels des übertragenden Landes sowie
  • Anreize zur Ambitionssteigerung.

Weiterhin werden Fragen zur Festlegung von Referenzszenarien der Vertragsparteien des Paris-Abkommens sowie zur Nachweisbarkeit der Zusätzlichkeit (Additionality) von unter Artikel 6 des Paris-Abkommens erzeugten Minderungseinheiten diskutiert.

Der Inhalt dieser Publikation reflektiert nicht notwendigerweise die offizielle Meinung des Umweltbundesamtes.

Marrakesch – November 2016

In Vorbereitung für die internationale Klimakonferenz in Marrakesch (07. bis 18.11.2016) wurden im Auftrag des Umweltbundesamtes drei Diskussionspapiere erarbeitet. Diese beschäftigen sich mit Schlüsselthemen für die Diskussion und Ausarbeitung internationaler Regeln für Artikel 6 des Pariser Klimaschutzabkommens. Artikel 6 ermöglicht die Nutzung von internationalen Marktmechanismen zur Erfüllung von Klimaschutzbeiträgen der Staaten.

Die Inhalte der Publikationen reflektieren nicht notwendigerweise die offizielle Meinung des Umweltbundesamtes.

Übereinkommen von Paris

Die projektbasierten Mechanismen CDM und JI sind als Elemente des Kyoto-Protokolls in ihrer Anwendbarkeit an die Verpflichtungsperioden des Kyoto-Protokolls gebunden.

Ab 2021 greift das 2015 verabschiedete Übereinkommen von Paris für den globalen Klimaschutz, das in Artikel 6 ebenfalls die Möglichkeit zur internationalen Nutzung von marktbasierten Mechanismen vorsieht.

Unsere Experten unterstützen das Bundesumweltministerium bei der politischen Ausgestaltung dieser Instrumente und bei der Erarbeitung der Ausführungsvorschriften im Rahmen der Klimaverhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen (UNFCCC).

Auf der Klimakonferenz in Kattowitz wurde dieses Regelwerk weitgehend beschlossen. Obwohl das Kapitel zur Operationalisierung von Artikel 6 des Übereinkommens von Paris noch aussteht, wurde in § 77.d des Anhangs zur Entscheidung 18/CMA.1 festgelegt, wie die Informationen über solche Ansätze im Rahmen der Berichterstattung des verbesserten Transparenzrahmens einfließen.  

Die Verhandlungen über die Ausführungsregeln für Artikel 6 des Übereinkommens von Paris sind auf der Klimakonferenz 2019 in Madrid sehr weit fortgeschritten. Vor allem wegen Uneinigkeit über den Umgang mit den Bestandsprojekten und Gutschriften der flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls konnte dieses letzte ausstehende Kapitel des Regelwerks zum Übereinkommen von Paris nicht finalisiert und verabschiedet werden. Weitere Informationen finden Sie in der Entscheidung "9/CMA.2". Die Verhandlungstexte sind die Grundlage für weitere Verhandlungen für die Konferenz der Nebenorgane in Bonn im Oktober 2020 sowie in Glasgow im Jahr 2021.

Forschungsvorhaben und Diskussionspapiere hierzu finden Sie im folgenden Abschnitt unter "Kooperative Ansätze und Marktmechanismen".

Übereinkommen von Paris

Transformation und Artikel 6

Seit 2019 betreut das Umweltbundesamt das Forschungsvorhaben „Stärkung der transformativen Wirkung von Marktansätzen unter dem Paris Übereinkommen“ (Forschungskennzahl 3719 42 504 0). Das Vorhaben soll Voraussetzungen für Artikel 6 des Übereinkommens von Paris mit dem Fokus auf einer Stärkung transformativer Ansätze analysieren und aufarbeiten. Dadurch sollen die Kooperationsansätze unter Artikel 6 des Übereinkommens von Paris möglichst so gestaltet und angewendet werden, dass sie Transformationspfade stärken.

Ein Team aus UNEP DTU Partnership, Perspectives Climate Research and First Climate erforscht das Thema in unserem Auftrag. Erste Forschungsergebnisse sind im Diskussionspapier „Transformational Change through Articel 6“ mit entsprechender deutscher Zusammenfassung aufbereitet. Dieses finden Sie unten auf der Seite.

Im Zuge dieses Forschungsprojektes wurde am 31.05.2021 ein Workshop mit internationalen Expertinnen und Experten abgehalten. Dabei wurden erste Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben von den Projektträgern Karen Holm Olsen, Yves Keller, Stephan Hoch und Juliana Kessler präsentiert. Weiterhin gab es Präsentationen von unabhängigen Expertinnen und Experten mit thematischer Relevanz, um die Diskussion zu beleben. Zwei Beispiele hierfür sind die Präsentationen von Morten Ryberg und Syeda Hadika Jamshaid. Über das Gehörte wurde anschließend in Kleingruppen diskutiert. Die genannten Präsentationen finden sie hier:

Die Eigenschaften von transformativem Wandel verstehen

Karen Holm Olsen (UNEP DTU Partnership) stellte die Definition von Transformation und deren Charakteristika im Rahmen des Forschungsprojektes “Stärkung der transformativen Wirkung von Marktansätzen unter dem Paris Übereinkommen“ vor

Dabei präsentierte sie die vom Projekt erarbeitete Definition von transformatorischem Wandel und deren Charakteristika im Zusammenhang mit Artikel 6 des Übereinkommens von Paris. Die erarbeitete Definition wurde stark von der bereits vorhandenen Definition der Transformational Change Methodology der Initiative for Climate Action Transparency (ICAT) beeinflusst und lautet: „Ein grundlegender nachhaltiger Wandel eines Systems, der etablierte kohlenstoffreiche Praktiken beendet und zu einer kohlenstofffreien Gesellschaft beiträgt. Dies geschieht im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sowie dem Ziel des Pariser Abkommens, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius bis 2 Grad Celsius zu begrenzen.“

Yves Keller (First Climate) stellte die drei Fallbeispiele des Forschungsprojektes “Stärkung der transformativen Wirkung von Marktansätzen unter dem Pariser Übereinkommen“ vor

Die erste Fallstudie beschäftigt sich mit einer Artikel-6-Pilot Aktivität in Marokko im Abfallsektor. Diese wurde von der Stiftung für Klimaschutz und CO2-Kompensation angestoßen. Bei der zweiten Fallstudie handelt es sich um eine Aktion in Costa Rica, die sich mit dem Aufbau von Radwegen in zwei Städten beschäftigt. Die dritte Fallstudie betrachtet den Energiesektor in Pakistan. Der Fokus liegt hierbei auf einer möglichen Integration von Artikel 6 in die Wettbewerbsauktionen für erneuerbare Energien des Landes.

Wie Artikel 6 Anreize für transformativen Wandel schaffen kann

Sie erläuterten die vom Projekt erarbeite mehrschichtige Anreizstruktur, mit der Artikel 6 zu transformativen Veränderungen beitragen kann.

Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf Maßnahmen, die die transformative Wirkung der Artikel 6 Aktivitäten verstärken. Im Fokus stehen hierbei die Minderungseffekte, die Auswirkungen auf die Sustainable development goals (SDGs) entfalten. Darüber hinaus thematisieren sie den Einfluss von Anrechnungszeiträumen, die Digitalisierung und die Berücksichtigung von Minderungsbestrebungen durch dynamischere Baseline-Setzung. Zuletzt wurden der Einfluss bestimmter Formen öffentlich-privater Kooperation und der Abbau von schädlichen Anreizstrukturen auf den transformatorischen Wandel erwähnt.

Die positiven Anreize für transformatorischen Wandel unterteilt das Projekt in regulatorische und monetäre Anreize. Unter den regulatorischen sind unter anderem zu nennen:

  • Der Ausschluss von Käuferländern, deren national festgelegte Beiträge unambitioniert sind, also nicht das 1,5 Grad Celsius beziehungsweise 2 Grad Celsius Ziel des Übereinkommens von Paris verfolgen.
  • Die Einführung von Positivlisten für Käufer- oder Verkäuferseite, diese können beispielsweise nur solche Technologien enthalten, deren Minderungskosten besonders hoch sind.
  • Der Ausschluss von Artikel-6-Aktivitäten, die nicht im Einklang mit der Dekabonisierungsstrategie der Region oder des Landes sind, wie beispielsweis mit den Long-term low emission development strategy (LT-LEDS).

Unter den monetären Anreizen wurden unter anderem genannt:

  • Die Monetarisierung von einzelnen Komponenten von Aktivitäten unter Artikel 6, die zur transformativen Wirkung beitragen, wie beispielsweise eine Prämie für nachhaltige Entwicklung.
  • Ex-post-Preisaufschläge, falls nachträglich eine besondere transformative Wirkung aufgezeigt wird.

Um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen, ist ein transformativer Wandel unerlässlich. Dennoch gibt es noch keine vereinbarten Metriken oder Methoden für die transformative Wirkung einzelner Aktivitäten.

29.12.2021

Beiträge weiterer Expertinnen und Experten zum Thema

Morten Ryberg (DTU) stellte das „Absolute Environmental Sustainability Assessment” Tool vor

Morten Ryberg von der Technischen Universität Dänemark (DTU) hielt einen Vortrag als unabhängiger Experte, um die Diskussion des Workshops zu diversifizieren. Er stellte das Tool „Absolute Environmental Sustainability Assessment“ (AESA) vor, mit dem alle relevanten Umweltauswirkungen, die eine Aktivität erzeugen kann, erfasst werden sollen. Das Tool verfolgt dabei einen Lebenszyklusansatz. Es basiert auf der Idee, dass Lösungen nicht nur dem Klima, sondern auch anderen Aspekten wie der Biodiversität zugutekommen sollten. Um diese anderen Aspekte zu identifizieren, orientiert das Tool sich am Konzept der planetaren Grenzen. Die Präsentation verdeutlichte, dass ein transformierender Wandel einen Blick in andere Bereiche mit sich bringen muss. Umweltbereiche, soziale Aspekte und unterschiedliche Größenordnungen (zum Beispiel lokal und international) sollten hierbei berücksichtigt werden.

Syeda Hadika Jamshaid (Ministry of Climate Change from Pakistan) stellt Pakistans Pläne für Artikel 6 vor

Syeda Hadika Jamshaid fungierte ebenfalls als unabhängige Expertin. Als Mitglied des pakistanischen Ministeriums für Klimawandel berichtete sie vom pakistanischen Engagement in Artikel 6-Readiness-Aktivitäten und Pilotprojekten. Sie begann mit den nationalen Gegebenheiten und Zielen Pakistans, bevor sie einen Überblick über die vorgeschlagenen Pläne zur CO2-Bepreisung in Pakistan gab. Insbesondere wurden die verschiedenen Aktivitäten erwähnt, bei denen Kohlenstoffmärkte die Reduzierung von Treibhausgasemissionen unterstützen können. Sie erwähnte diesbezüglich die Pläne Pakistans für einen nationalen ETS-Rahmen, eine Infrastruktur zur Berichterfassung (englisch Monitoring Reporting and Verification (MRV)), eine Kommunikationsstrategie für die CO2-Bepreisung, den Aufbau von Kapazitäten und die Schulung der relevanten Akteure. Sie betonte die positiven Auswirkungen der CO2-Bepreisung für einen nachhaltigen Aufschwung nach der COVID-19 Pandemie. Sie erklärte, dass in Pakistan wirksame Kommunikationsstrategien erforderlich seien, um die vielfältigen Co-Benefits der CO2-Bepreisung hervorzuheben. Darüber betonte sie den Bedarf nach internationaler Zusammenarbeit, um kosteneffizient Emissionsminderungen zu erreichen.

Mithilfe der Impulse aus dem Workshop wird aktuell der Endbericht des Vorhabens von den Forschungsnehmerinnen*Forschungsnehmern erarbeitet. Dieser wird voraussichtlich Anfang 2022 auf der Website des Umweltbundesamtes veröffentlicht.

Diskussionspapiere

Kooperative Ansätze und Marktmechanismen

Entwicklung von Optionen und Ausgestaltungsmöglichkeiten zum neuen internationalen Markmechanismus gemäß Artikel 6 des Paris Abkommens

Entwicklung von Konzepten zur Umsetzung von neuen oder Transformation von vorhandenen Marktmechanismen in ein neues UNFCCC Klimaabkommen

Analyse der aktuellen Entwicklung im globalen Kohlenstoffmarkt

Analyse der Wechselwirkungen zwischen neuen Marktmechanismen und Emissionshandelssystemen

Analyse der Vor- und Nachteile von Offsetansätzen in ausgewählten Sektoren

CORSIA

Analyse und Bewertung der Ausgestaltung eines Offsetting-Systems in der internationalen Luftfahrt

Workshop: GMBMCO2-Kompensation (Offsetting) in der internationalen Luftfahrt

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt veranstaltete am 30.11.2016 einen Workshop zur Nutzung von Projektgutschriften im internationalen Luftverkehr. Titel und Inhalt dieses Workshops waren „Offsets under ICAO's GMBM: A Robust Design Approach for Ensuring Environmental Integrity of Offsets under a Global MBM Scheme for International Aviation in the light of the Paris Agreement”.

Nach langjährigen Konsultation wurde von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO im Oktober 2016 eine Resolution zur Einführung einer globalen marktbasierten Klimaschutzmaßnahme (GMBM) verabschiedet. Ziel der ICAO dafür ist ein kohlenstoffneutrales Wachstum des internationalen Luftverkehrs ab dem Jahr 2020. Die GMBM mit dem Namen CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) ist ein wesentlicher Bestandteil des ICAO Maßnahmenpaketes zur Minderung der Klimawirkungen des Sektors und ist als Kompensationsmechanismus ausgestaltet.

Der Workshop wurde mit internationalen Experten durchgeführt. Der thematische Fokus lag zunächst auf der Frage nach einer Koppelung des Kompensationsmechanismus im Luftverkehr mit den bestehenden marktbasierten Maßnahmen unter dem Kyoto-Protokoll (insbesondere dem CDM) sowie mit neuen Marktmechanismen, wie sie das Pariser Übereinkommen vom Dezember 2015 vorsieht (Block 1 des Workshops). Weitere Schwerpunkte der Diskussion lagen auf Fragen zur Gewährleistung der ökologischen Integrität von Kompensationsmechanismen (Block 2) und zu weiteren Schritten der Implementierung von CORSIA (Block 3).

Nachhaltigkeit und naturbasierte Lösungen

Indikatoren zur Förderung von Nachhaltiger Entwicklung in Marktmechanismen

Naturbasierte Lösungen

EU-Zertifizierungsrahmen für Kohlenstoffbindungen

Die Europäische Kommission hat am 15.12.2021 in einer Mitteilung zum Thema „Nachhaltige Kohlenstoffkreisläufe“ einen rechtlichen Rahmen schaffen wollen, nach der Verfahren zur natürlichen Kohlenstoffeinbindung und technischen CO2-Entnahme und -Speicherung zertifiziert werden können. Bis Ende 2022 möchte die Europäische Kommission dazu einen Rechtssetzungsvorschlag machen.

Die Europäische Kommission spezifiziert bislang nicht, wie der vorgestellte Zertifizierungsrahmen eingesetzt werden soll, um Klimaschutzwirkung zu entfalten. Er sollte nicht zum Selbstzweck eingeführt werden. Um seine volle Lenkungswirkung für ambitionierten Klimaschutz ausüben zu können, muss er vielmehr als Politikinstrument in die Klimaschutzzielarchitektur eingebunden werden. Lenkungswirkung und -ziel sollten deshalb mit dem Legislativvorschlag der Europäischen Kommission klar formuliert werden.

Die Europäische Kommission positioniert sich zudem bislang nicht abschließend zu den Einsatzmöglichkeiten von Zertifizierungen; sie verweist mehrfach auf den freiwilligen Markt und geht damit zumindest perspektivisch davon aus, dass für zertifizierte Klimaschutzerfolge handelbare Gutschriften ausgestellt werden können. Soll der Zertifizierungsrahmen auch als Marktmechanismus zum Handel mit Gutschriften eingesetzt werden, müssen die EU-Regelungen im Einklang mit den Anforderungen für Klimaschutzprojekte unter Artikel 6 des Übereinkommens von Paris sein (siehe oben). Bestehende Standards auf dem freiwilligen Markt und auf internationalen Verpflichtungsmärkten sollten dabei nicht schlicht übernommen, sondern lediglich als Ausgangspunkt für die eigene Ambitionssteigerung in der EU genommen werden.

In einer Kurzposition weist das Umweltbundesamt auf Leerstellen in dem Vorschlag der Europäischen Kommission hin, verweist auf wesentliche Mindestanforderung bei der Zertifizierung von Kohlenstoffbindungen und fordert eine klarere Einbindung des Zertifizierungsrahmens im Hinblick auf seine Lenkungswirkung sowie sein Lenkungsziel in die Klimaschutzzielarchitektur der Europäischen Union.

01.09.2022

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