Deutsche Emissionshandelsstelle

Versteigerung

Die Bundesrepublik Deutschland versteigert seit Anfang 2010 Emissionsberechtigungen an der Leipziger Energiebörse EEX (European Energy Exchange). Seit der laufenden dritten Handelsperiode ist die Auktionierung europaweit Grundzuteilungsregel im Europäischen Emissionshandel (EU-ETS).

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Überblick

Die Zuteilung durch Auktion entspricht dem Verursacherprinzip und legt damit den Grundstein für die Einbeziehung der Klimakosten in unternehmerische Entscheidungen. Durch die Einnahmen aus den Versteigerungen eröffnen sich gleichzeitig neue Spielräume für die staatliche Förderung von Klimaschutzmaßnahmen. In Deutschland fließen die Auktionseinahmen seit 2012 vollständig in den so genannten Energie- und Klimafonds (EKF). Auch vor 2012 sind große Teile der Veräußerungserlöse in der Klimaschutzinitiative der Bundesregierung in nationale und internationale Projekte für den Klimaschutz geflossen. Zwischen 2008 und 2020 konnte der Bund aus der Veräußerung von knapp 1,5 Milliarden Emissionsberechtigungen insgesamt mehr als 16 Milliarden Euro erlösen.

Seit dem Start der dritten Handelsperiode im Jahr 2013 ist die Auktionierung europaweit die standardmäßige Zuteilungsmethode für stationäre Tätigkeiten im Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS). Damit werden deutlich mehr Emissionsberechtigungen durch Versteigerungen an die Handelsteilnehmer zugeteilt als in den vergangenen Handelsperioden. Dies gilt grundsätzlich auch für die 2021 gestartete vierte Handelsperiode. Grundsätzlich versteigern die Mitgliedstaaten den Teil des europäischen Emissionshandelsbudgets (EU-Cap Stationär), der nicht kostenlos an die Anlagenbetreiber zugeteilt wird oder in der Neuanlagenreserve gebunden ist. Die Bundesrepublik Deutschland hat an dieser europaweiten Auktionsmenge einen effektiven Anteil von etwa 21 Prozent. Seit 2019 werden die Auktionsmengen durch die so genannte Marktstabilitätsreserve (MSR) im EU-ETS regelbasiert gesteuert.

Der Luftverkehr wurde bereits ab 2012, also ein Jahr vor dem regulären Start der dritten Handelsperiode, in das EU-ETS einbezogen. Hier werden grundsätzlich 15 Prozent des Luftverkehrs-Cap versteigert werden. Zwischen November 2012 und September 2014 waren die Auktionen im Luftverkehr aufgrund des „Stopping the clock“ Beschlusses ausgesetzt. Deutschland versteigerte 2012 als einziger Mitgliedstaat Luftverkehrsberechtigungen, da die Auktion vor dem „Stopping the clock“ Beschluss stattfand.

Weitere Informationen zu den deutschen Versteigerungen von Emissionsberechtigungen finden sie in unseren monatlichen Auktionierungsberichten. Diese enthalten neben der detaillierten Auswertung der deutschen Versteigerungsergebnisse auch eine umfassende Übersicht zu den Entwicklungen auf dem Sekundärmarkt (Secondary Market) (Secondary Market).

Den rechtlichen Rahmen für die Auktionierung bildet die im November 2010 in Kraft getretene EU-Auktionsverordnung. Informationen zum europäischen Regelungsrahmen finden Sie auf der Internetseite der Europäischen Kommission.

Die folgende Tabelle fasst die Auktionsmengen der dritten Handelsperiode und im Luftverkehr für die Jahre 2012 bis 2020 zusammen.

Stationärer Bereich

Auktionsmengen
 201220132014201520162017201820192020
Auktionsmenge EU-weit in Mio. EUA89,7826,1528,4632,7715,3951,2915,8588,6778,5
Auktionsmenge Deutschland in Mio. EUA23,5182,6127,1143,9160,8196,8172,2127,6107,4
Anteil Deutschland in %26,222,124,122,722,520,718,821,713,8

Luftverkehr

Auktionsmengen


201220132014201520162017201820192020 
Auktionsmenge EU-weit in Mio. EUAA2,5-9,316,46,04,75,65,57,5
Auktionsmenge Deutschland in Mio. EUAA2,5-02,20,90,70,80,80,8
Anteil Deutschland in %100-013,41514,914,314,510,2

28.10.2021

Archiv

Die Bundesrepublik Deutschland hat bereits in der 2. Handelsperiode (2008–2012) Emissionsberechtigungen am Markt veräußert. Alle Informationen zur 2. Handelsperiode finden Sie in unserem Archiv.

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DEHSt ist zuständige Stelle für die Versteigerungen

Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt ist in Deutschland die zuständige Behörde für die Umsetzung des EU-ETS und damit auch für die Steuerung der deutschen Auktionen verantwortlich. Wir koordinieren den Gesamtprozess und sind u.a. für die Beauftragung der deutschen Auktionsplattform zuständig. Seit dem 01.10.2013 hat die DEHSt auch die Rolle des Auktionators für die Bundesrepublik Deutschland übernommen und ist damit offiziell Anbieter der Berechtigungen bei den deutschen Versteigerungen. Hiermit war seit 2010 bis einschließlich 30.09.2013 die KfW Bankengruppe von der DEHSt beauftragt. In unseren monatlichen Berichten informieren wir die Öffentlichkeit über die deutschen Versteigerungsergebnisse.

31.08.2017

Auktionsverfahren

Die EU-Auktionsverordnung garantiert den ETS-Teilnehmern einen harmonisierten, diskriminierungsfreien und kosteneffizienten Zugang zum europäischen Primärmarkt (Primary Market) für Emissionsberechtigungen. Nicht zuletzt aufgrund der positiven Erfahrungen in Deutschland mit den Versteigerungen der zweiten Handelsperiode werden auch bei Versteigerungen der dritten Handelsperiode die bestehenden Infrastrukturen des Sekundärmarkts genutzt. So finden Versteigerungen in der ganzen EU nur noch an Handelsplattformen statt, die Teil geregelter Märkte sind. Für die Versteigerungen von Luftverkehrsberechtigungen gelten dieselben Verfahrensregeln wie in den übrigen Versteigerungen.

Neben der Teilnahme an einer gemeinsam von der Europäischen Kommission und den Mitgliedstaaten beauftragten Auktionsplattform sieht die EU-Auktionsverordnung die Möglichkeit vor, dass Mitgliedstaaten eigene Plattformen betreiben können. Neben Deutschland haben sich hierfür auch Großbritannien und Polen entschieden. Sowohl Deutschland als auch Großbritannien haben die eigene Plattform bereits umgesetzt. Damit können sich Bieter auch in der dritten Handelsperiode an den für sie individuell am besten geeigneten Handelsplätzen beteiligen. Verschiedene Handelsplätze fördern zudem den Wettbewerb auf dem Sekundärmarkt (Secondary Market). Ein gemeinschaftsweit koordinierter Auktionskalender sowie einheitliche und diskriminierungsfreie Zugangsbedingungen bilden wichtige Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Versteigerungsverfahren in der dritten Handelsperiode.

Die Versteigerungen werden nach dem bewährten Einheitspreisverfahren mit einer Bieterrunde und geschlossenem Orderbuch durchgeführt. Beim Einheitspreisverfahren zahlen grundsätzlich alle erfolgreichen Bieter denselben Preis (siehe Grafik). Dieses einfache und gegenüber Marktmachtmissbrauch sehr robuste Auktionierungsverfahren kam bereits bei den deutschen Versteigerungen der zweiten Handelsperiode zur Anwendung.

Einheitspreisauktion im EU-ETS

Beim Einheitspreisverfahren wird der Zuschlagpreis ermittelt, indem alle zugelassenen Gebote, beginnend mit dem höchsten Gebot, nach der Höhe des Gebotspreises gereiht werden.

Bei gleichen Gebotspreisen werden die Gebote nach einem Zufallsverfahren sortiert. Vom höchsten Preisgebot ausgehend werden die Mengen der Gebote aufsummiert, bis die angebotene Menge (hier 4 Millionen EUA) erreicht wird. Der Gebotspreis, bei dem die Summe der Gebotsmengen die angebotene Menge an Berechtigungen erreicht oder überschreitet, legt den Zuschlagpreis fest und ist mit diesem identisch (hier Gebot F).

Bieter erhalten also genau dann einen Zuschlag in Höhe ihrer nachgefragten Menge, wenn ihr Gebotspreis mindestens der Höhe des Zuschlagpreises entspricht. Hat ein Bieter genau den Zuschlagpreis geboten, entspricht dessen Zuteilung der noch verbleibenden Angebotsmenge. Diese kann in Abhängigkeit von der Gebotsstruktur auch unterhalb der durch den Bieter nachgefragten Menge liegen. Haben mehrere Handelsteilnehmer genau den Zuschlagpreis geboten, kommt das zuvor genannte Zufallsverfahren zur Anwendung.

31.08.2017

Teilnahme an den Auktionen

Die EU-Auktionsverordnung enthält Mindestanforderungen für angemessene Zugangsbedingungen. Dies soll eine hohe Bieterbeteiligung insbesondere von emissionshandelspflichtigen Anlagen- und Luftverkehrsbetreibern ermöglichen. Zusätzlich soll aber auch die Zuverlässigkeit und Integrität der Versteigerungsverfahren garantiert werden. Die Zugangsbedingungen orientieren sich an Sekundärmarktpraktiken und ermöglichen auch Personen, die nicht emissionshandelspflichtig sind, den Zugang zu den Versteigerungen. Neben einer direkten internetgestützten Teilnahme erlaubt die EU-Auktionsverordnung auch den indirekten Zugang über zugelassene Finanzintermediäre.

Entsprechend der bewährten Praxis aus der zweiten Handelsperiode können Handelsteilnehmer, die bereits an dem Sekundärmarkt (Secondary Market) der Leipziger Energiebörse EEX (European Energy Exchange) zugelassen sind, unkompliziert und ohne weitere Zulassungskosten an den Versteigerungen teilnehmen. Grundsätzlich dürfen die Gebühren für eine Teilnahme an den Versteigerungsverfahren nicht oberhalb vergleichbarer Standardgebühren auf dem Sekundärmarkt (Secondary Market) liegen.

Zudem bietet die EEX seit August 2012 eine neue Zulassungsvariante an, die die Teilnahme an den Auktionen für Emissionsberechtigungen und Luftverkehrsberechtigungen erleichtert. Dieser so genannte Auction-only-Zugang berechtigt Unternehmen ausschließlich zur Teilnahme an Primärauktionen. Für diesen Zugang gelten vereinfachten Zulassungsanforderungen. So ist etwa kein technischer Zugang erforderlich, da Gebote per Fax übermittelt werden können. Die Gebote werden in diesem Fall im Auftrag des Teilnehmers durch die Marktsteuerung der Börse in das Handelssystem eingegeben. Unternehmen, die sich für diese Art der Teilnahme an den Auktionen entscheiden, brauchen auch keine geschulten Börsenhändler zu benennen und sparen so die Kosten für die Börsenhändlerprüfung. Zudem entfällt ein jährliches Entgelt bei Nutzung der Gebotseingabe durch die Marktsteuerung. Für die alternative Nutzung eines technischen Zugangs zum Handelssystem fällt lediglich ein reduziertes jährliches Entgelt an. Ausführliche Informationen zu den Teilnahmebedingungen sind auf der Internetseite der EEX zugänglich.

31.08.2017

Beauftragung von Handelsplattformen

Um die europäischen Vorgaben aus der EU-Auktionsverordnung für die laufende dritte Handelsperiode umzusetzen, hat das Umweltbundesamt im Auftrag der Bundesregierung bereits im Herbst 2011 ein europaweites Vergabeverfahren für die Beauftragung einer so genannten transitorischen Auktionsplattform durchgeführt, in dem sich die EEX in Leipzig durchsetzen konnte. Auf dieser vorläufigen Plattform wurden die deutschen Emissionsberechtigungen (EUA) für die dritte Handelsperiode (2013-2020) sowie die Luftverkehrsberechtigungen (EUAA) bis Ende 2013 versteigert.

Für die Beauftragung einer dauerhaften Versteigerungsplattform hat das Umweltbundesamt im Herbst 2012 ein zweites europaweites Vergabeverfahren eingeleitet, in welchem abermals die EEX den Auftrag erhielt. Der Zuschlag wurde am 27.02.2013 erteilt. Die EEX hat auch erfolgreich das notwendige Prüfverfahren der Europäischen Kommission als dauerhafte deutsche Versteigerungsplattform für Emissionsberechtigungen durchlaufen. Nachdem auch das relevante Gremium der EU-Mitgliedstaaten, das sogenannte Climate Change Committee, seine Zustimmung erteilt hat wurde die EEX im November 2013 in Anhang III der EU-Auktionsverordnung aufgenommen.

In dieser Funktion als deutsche Auktionsplattform führte die EEX die Versteigerungen bis November 2018 durch. Im Rahmen der Nachfolgeausschreibung, die das UBA Ende 2017 erneut europaweit ausschrieb, wurde der EEX am 02.03.2018 der Zuschlag zur Weiterführung der deutschen Versteigerungen erteilt. Nach Abschluss des Prüfverfahrens mit der Europäischen Kommission und Listung der EEX als deutsche Versteigerungsplattform im Anhang der EU-Auktionsverordnung begann das neue Mandat der EEX im Februar 2019. Das Mandat der EEX ist auf drei Jahre begrenzt, erhält jedoch die Option einer Verlängerung um zwei Jahre bis 2023. 

01.04.2019

Versteigerungen in der dritten Handelsperiode (2013-2020) im zeitlichen Verlauf

2011 bis 2012

Um einen fließenden Übergang zwischen der zweiten und dritten Handelsperiode zu ermöglichen, haben die EU-Mitgliedstaaten im Juli 2011 beschlossen, Emissionsberechtigungen aus den Zuteilungsjahren 2013 und 2014 bereits 2012 zu versteigern (sogenannte Early Auctions). Beabsichtigt war, auf diese Weise europaweit die Versteigerung von 120 Millionen Emissionsberechtigungen für stationäre Tätigkeiten vorzuziehen. Auf die Bundesrepublik Deutschland entfielen davon rund 23,5 Millionen Berechtigungen. Effektiv konnten von den angesetzten 120 Millionen Emissionsberechtigungen nur rund 90 Millionen versteigert werden, da einige EU-Mitgliedstaaten ihre Vorbereitungen zur Versteigerung nicht rechtzeitig abschließen konnten.

Neben den vorgezogenen Versteigerungen der dritten Handelsperiode, führte die EEX 2012 zudem die Versteigerungen des deutschen Anteils an Luftverkehrsberechtigungen durch. Am 31.10. wurden 2,5 Millionen Luftverkehrsberechtigungen (EUAA Spot-Kontrakte) versteigert. Aufgrund des „Stopping the clock“ Beschlusses wurden weitere Versteigerungen von EUAA durch die Mitgliedsstaaten ausgesetzt. Eine Wiederaufnahme der EUAA-Versteigerungen erfolgte im September 2014 unter Berücksichtigung der neu berechneten EUAA-Mengen gemäß dem angepassten Anwendungsbereich.

2013 bis 2014

Im Anschluss an die vorgezogenen Versteigerungen starteten die regulären deutschen Versteigerungen im Januar 2013. Deutschland versteigerte ab dem Jahr 2013 jeweils wöchentlich freitags zwischen 09:00 und 11:00 Uhr (MEZ) Emissionsberechtigungen (EUA) der dritten Handelsperiode an der EEX.

Am 27.02.2014 trat dann die geänderte EU-Auktionsverordnung (AuktVO) zur zeitlichen Verschiebung von Auktionsmengen in Kraft (so genanntes Backloading). Europaweit sollten demnach im Zeitraum 2014 bis 2016 insgesamt 900 Millionen Emissionsberechtigungen (EUA) weniger versteigert werden als bislang vorgesehen war. 2014 wurden die Auktionsmengen um 400 Millionen EUA reduziert. 2015 belief sich die Kürzung dann auf 300 Millionen und 2016 auf 200 Millionen EUA. Von der Gesamtkürzungsmenge trägt Deutschland einen Anteil von rund 19,4 Prozent. Durch das Backloading sollte das weitere Anwachsen überschüssiger Emissionsberechtigungen verhindert werden. Nach damaliger Beschlusslage war vorgesehen, die zurückgehaltenen Mengen in den Jahren 2019 und 2020 in den Markt zurückzuführen.

Im Jahr 2014 wurden außerdem die Versteigerungen für den Luftverkehr wiederaufgenommen. Von den Mitgliedsstaaten, die auf der gemeinsamen Plattform versteigern, und von Großbritannien wurden insgesamt 9.278.000 EUAA an fünf Auktionsterminen zwischen 03.09. und 26.11. versteigert. Diese Auktionsmengen sind dem Jahr 2012 zurechenbar. Deutschland hatte seinen Anteil an Luftverkehrsberechtigungen (EUAA) für das Jahr 2012 bereits am 31.10.2012 versteigert. Die den Jahren 2013 und 2014 zurechenbaren EUAA wurden im Jahr 2015 versteigert.

2015 bis 2016

Im Jahr 2015 wurden an der EEX insgesamt rund 146 Millionen EUA und EUAA im Gesamtwert von über 1,1 Milliarden Euro für Deutschland in 49 Einzelauktionen versteigert. Damit überschritten die Jahresgesamterlöse erstmals seit Beginn der Verkäufe/Versteigerungen im Jahr 2008 die Marke von einer Milliarde Euro.

Im Oktober 2015 trat schließlich der Beschluss zur Schaffung einer Marktstabilitätsreserve (MSR) in Kraft. Die MSR reduziert ab 2019 die jährlichen Auktionsmengen, wenn zu viele Emissionsberechtigungen im Umlauf sind. Oder sie stockt diese in begrenztem Maße auf, wenn es zu wenige Emissionsberechtigungen im Markt gibt. Dies ist der Fall, wenn ein definierter Toleranzbereich für den Marktüberschuss (400 Millionen bis 833 Millionen Emissionsberechtigungen) über- oder unterschritten wird. Die durch das Backloading zurückgehaltenen Auktionsmengen werden direkt in die MSR überführt. Dies gilt auch für solche Berechtigungen, die in der dritten Handelsperiode nicht kostenlos zugeteilt wurden (so genannte unallocated allowances).

2017 bis 2018

Im Jahr 2017 wurden an der EEX insgesamt rund 197 Millionen EUA und EUAA im Gesamtwert von knapp 1,15 Milliarden Euro für Deutschland versteigert. Damit wurde zum zweiten Mal nach 2015 die Marke von einer Milliarde Euro überschritten. In 2018 erhöhten sich die Jahreserlöse auf über 2,58 Milliarden Euro. Die im Jahr 2018 zu versteigernde Menge an Emissionsberechtigungen belief sich für Deutschland ursprünglich auf insgesamt 194 Millionen EUA. Auktionen, die für den Zeitraum nach dem 09.11.2018 vorläufig angesetzt waren, wurden aus dem Auktionskalender 2018 gestrichen. Das entsprechende Volumen von knapp 22 Millionen EUA wurde auf das 2019 zu versteigernde Volumen verteilt.

Nach mehr als zwei Jahren intensiver Verhandlungen über die Ausgestaltung des EU-ETS in der vierten Handelsperiode (2021 bis 2030) wurde am 27.02.2018 durch den Europäischen Rat eine neue Reform gebilligt, nachdem zuvor bereits das EU-Parlament zugestimmt hatte. Sie trat im April 2018 in Kraft und betrifft auch die Vorgaben zur MSR, die bereits in der dritten Handelsperiode gestartet ist. Demnach wird die Zuführungsrate, mit der dem Markt überschüssige Emissionsberechtigungen entzogen und in die MSR überführt werden, gegenüber den vorherigen Regelungen in den Jahren 2019 bis 2023 von zwölf auf 24 Prozent des Vorjahresüberschusses verdoppelt.

2019

Seit Jahresbeginn 2019 ist die Marktstabilitätsreserve (MSR) in Kraft getreten. Das zu versteigernde EUA-Volumen wurde entsprechend des MSR-Mechanismus EU-weit um rund 400 Millionen Berechtigungen reduziert und um das Volumen der nach dem 09.11.2018 abgesagten deutschen EUA-Auktionen erhöht (21.807.000 EUA). Insgesamt wurden die deutschen Auktionsmengen im Jahr 2019 um rund 85 Millionen EUA gekürzt. Bedingt durch die Marktpreisentwicklung im vergangenen Jahr lag der Durchschnittserlös 2019 mit rund 25 Euro etwa 65 Prozent über dem des Vorjahreswerts. Trotz der deutlich geringeren Auktionsmengen gegenüber dem Vorjahr nahmen die Jahresgesamterlöse in 2019 um rund 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Damit wurde der höchste Jahreserlös seit Beginn der Verkäufe/Versteigerungen im Jahr 2008 erzielt und erstmals die Marke von drei Milliarden Euro überschritten.        

Die folgende Tabelle fasst die Versteigerungsergebnisse der dritten Handelsperiode auf Jahresbasis zusammen.

Übersicht zur dritten Handelsperiode einschließlich Early Auctions 2012
JahrTypversteigerte Mengegebotene MengeÜberzeichnungBietererfolgreiche BieterPreis
(in Euro)
Erlöse
(in Euro)
Quelle: EEX, DEHSt
2012EUA23.531.00086.799.0003,691477,06166.178.670
EUAA2.500.0004.552.0001,82657,0117.525.000
2013EUA182.560.500529.511.5002,9018144,33791.253.420
2014EUA127.127.500614.996.0004,8416115,90749.973.880
2015EUA143.893.500412.946.5002,8717137,601.093.312.500
EUAA2.229.0007.665.5003,441267,5716.867.680
2016EUA160.770.500358.232.5002,2318135,26845.739.870
EUAA857.5003.362.5003,921065,424.647.650
2017EUA196.820.000493.172.5002,5120155,801.141.744.975
EUAA675.5002.525.0003,74767,515.073.005
2018EUA172.220.000436.379.5002,53241814,902.565.336.800
EUAA800.5001.823.5002.289620,3816.314.190
2019EUA127.561.500234.026.0001,83221724,663.146.135.125
EUAA801.5002.377.0002,979522,3217.889.480
2020EUA107.433.000209.032.5001,95231624,592.641.787.980
 EUAA769.0002.307.0002,979526,7620.578.440
EUA1.241.917.5003.375.096.0002,72191410,5813.141.463.220
EUAA8.633.00024.612.5002,859611,4698.895.445
Gesamt1.250.550.5003.399.708.5002,72191410,5913.240.358.665

Weitere Informationen zu den deutschen Versteigerungen von Emissionsberechtigungen finden Sie in unseren monatlichen Auktionierungsberichten. Diese enthalten neben der detaillierten Auswertung der deutschen Versteigerungsergebnisse auch eine umfassende Übersicht zu den Entwicklungen auf dem Sekundärmarkt (Secondary Market).

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