Deutsche Emissionshandelsstelle

Der Emissionshandel im Kontext der europäischen Klimaschutzziele

Im Europäischen Emissionshandel wird die Obergrenze für Treibhausgasemissionen, also das Cap, jährlich reduziert. Der aktuelle lineare Reduktionsfaktor bis 2020 beträgt 1,74 Prozent pro Jahr, ab 2021 wird er 2,2 Prozent pro Jahr betragen. Dieser Reduktionspfad muss zu den europäischen Klimaschutzzielen passen. Daher ist auch die Aufteilung des Minderungsbeitrags zwischen dem Emissionshandel und den nicht vom Emissionshandel erfassten Emissionen wichtig.

Quelle: Europäische Union

Europäische Klimaschutzziele

Bis zum Jahr 2050 sollen die Treibhausgasemissionen der Europäischen Union (EU) um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. Dieser Zielkorridor wurde bereits 2009 von den europäischen Staats- und Regierungschefs formuliert. Die europäische „Klima-Roadmap“ (Roadmap for a Competitive Low Carbon Economy in 2050) bildet neben diesem Langfristziel auch Zwischenziele ab: Bis 2030 sollen minus 40 Prozent und bis 2040 minus 60 Prozent erreicht werden (jeweils bezogen auf 1990). Die Minderungen sollen innerhalb der EU erreicht werden, eine Anrechnung von Emissionsminderungen im außereuropäischen Ausland ist nicht vorgesehen. Nach Abschluss des Übereinkommens von Paris (2015) wird die EU bis 2020 eine neue Klima-Roadmap erarbeiten.

20.08.2018

Roadmap for a Competitive Low Carbon Economy in 2050

Aufteilung der Minderungsbeiträge

Für eine möglichst kosteneffiziente Aufteilung der Minderungsleistung müssen die vom Emissionshandel erfassten Sektoren die Emissionen stärker mindern als die Nicht-Emissionshandels-Sektoren. Das haben ökonomische Modellierungen der Europäischen Kommission gezeigt. Dies liegt insbesondere an den relativ geringen Minderungskosten im Stromsektor im Vergleich zu anderen Sektoren.

Laut „Klima-Roadmap“ sollten die Emissionen in den vom Emissionshandel erfassten Sektoren bis 2050 um 90 Prozent gegenüber 2005 gesenkt werden. In den Nicht-Emissionshandels-Sektoren wäre dann eine Minderung um 69 Prozent gegenüber 2005 ausreichend. So ließe sich das Mindestziel der europäischen Klimapolitik, also die Reduktion der innereuropäischen Emissionen um minus 80 Prozent bis 2050 erreichen. Für eine weitergehende Dekarbonisierung in Richtung minus 95 Prozent müssten die Emissionen innerhalb und außerhalb des Emissionshandels entsprechend stärker gesenkt werden.

Die Aufteilung der Minderungsbeiträge zwischen den Mitgliedstaaten in den nicht vom Emissionshandel erfassten Sektoren wird im Rahmen der sogenannten Effort Sharing Decision (ESD) geregelt. Für den Zeitraum 2021 bis 2030 hat die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine Nachfolgeregelung, die Effort Sharing Regulation, vorgelegt.

20.08.2018

Festlegung des Kürzungsfaktors im Emissionshandel

Bislang gilt im Europäischen Emissionshandel ein Reduktionspfad mit einer jährlichen Kürzung des Caps um rund 38 Millionen Berechtigungen (EUA). Dies entspricht einer Reduktion um 1,74 Prozent bezogen auf das Jahr 2010. Bei einer linearen Fortführung bis 2050 würden die Emissionen im Emissionshandel somit lediglich um 72 Prozent gemindert. Auch der in der novellierten Emissionshandelsrichtlinie vorgesehene Kürzungsfaktor in Höhe von 2,2 Prozent (rund 48 Millionen EUA) ab 2021 reicht nicht aus, um die langfristigen Minderungsziele zu erreichen.

Für eine weitgehende Dekarbonisierung bis zum Jahr 2050, also eine gesamtwirtschaftliche Minderung um 95 Prozent gegenüber 2005, wäre aus Sicht des Umweltbundesamtes eine jährliche Kürzung um mindestens 2,6 Prozent (rund 57 Millionen EUA) notwendig.

20.08.2018

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