Deutsche Emissionshandelsstelle

Internationale Entwicklungen im Emissionshandel

Nach der Einführung des Europäischen Emissionshandelssystems (EU-ETS) im Jahr 2005 sind weltweit weitere nationale und regionale Emissionshandelssysteme entstanden. Die Verbindung dieser Systeme -durch ein sogenanntes Linking - kann schrittweise zu einem globalen Kohlenstoffmarkt führen. Ein solcher Markt wäre eine kosteneffiziente Lösung, um Treibhausgasemissionen weltweit zu mindern und den Klimaschutz zu stärken.

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Internationale Entwicklungen im Emissionshandel und Vorteile eines Linking

Die Verbindung von Emissionshandelssystemen (Linking) schafft größere und liquidere Märkte und kann helfen, Emissionsminderungsziele in einer kosteneffizienten Weise zu erreichen. Jedes Linking ist daher ein Schritt auf dem Weg zu einem globalen Kohlenstoffmarkt. Dies steigert die Kosteneffizienz durch den Zugang zu weiteren Vermeidungspotenzialen und baut Wettbewerbsverzerrungen durch einen einheitlichen CO2-Preis ab. Diese bi- oder multilateralen Kooperationen können durch ihre Vorbildfunktion einen positiven Einfluss auf die internationalen Klimaverhandlungen haben.

20.08.2018

Anforderungen an ein Linking

Für ein erfolgreiches Linking zweier Emissionshandelssysteme ist es wichtig, dass beide Systeme ähnlich anspruchsvoll gestaltet sind. Dies setzt eine stringente Festsetzung von Emissionsobergrenzen (Caps) voraus, um die nötige Knappheit im System herzustellen. Die Bemessungsgrundlagen sowie Kontrollmechanismen und Sanktionierungsmöglichkeiten müssen gleich oder vergleichbar sein. Es ist dabei nicht zwingend notwendig, dass die Linking-Partner dieselbe Minderungsanstrengung erbringen. Es muss jedoch Einigkeit über das gemeinsame Minderungsziel und den jeweiligen Beitrag (Effort Sharing) bestehen.

20.08.2018

Emissionshandelssysteme weltweit

In den letzten Jahren haben zahlreiche Staaten und Regionen Emissionshandelssysteme entwickelt. So haben sich im Rahmen der Regional Greenhouse Gas Initiative (RGGI) neun Bundesstaaten in den USA zu einem Emissionshandelssystem zusammengeschlossen. Kalifornien und Quebec verknüpften ihre Systeme unter einem gemeinsamen Dach: der „Western Climate Initiative“. Auch in Europa wird es ein erstes Linking von Emissionshandelssystemen geben: Im Januar 2019 soll die Verknüpfung des Schweizer ETS mit dem EU ETS in Kraft treten.

Auch in Asien hat sich der Emissionshandel als Klimaschutzinstrument etabliert: In Tokio ist das bisher größte kommunale System entstanden. Südkorea implementierte ein nationales Emissionshandelssystem im Jahr 2015. Neuseeland verfügt ebenfalls über ein Emissionshandelssystem. Zudem testet China seit 2013 den Emissionshandel in mittlerweile acht Pilotregionen. 2017 hat China sein nationales Emissionshandelssystem formal gestartet, das zunächst eine zweijährige Testphase vorsieht. Bis 2020 soll eine Abgabepflicht für Stromerzeuger eingeführt werden, die genauere Ausgestaltung des Systems, also welche weiteren Unternehmen und Sektoren im nationalen System zukünftig einbezogen werden, war zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Informationsseite nicht bekannt.

Weitere Länder, beispielsweise Mexiko, Chile, Kasachstan und Ukraine, erwägen ein Emissionshandelssystem oder andere marktbasierte Instrumente für die Zukunft.

20.08.2018

Factsheets zu Emissionshandelssystemen weltweit

Marktmechanismen und Paris Abkommen

Das Kyoto-Protokoll ermöglicht den Industriestaaten, dass sie einen Teil ihrer Reduktionsverpflichtungen erreichen, indem sie Projekte zur Emissionsreduzierung im Ausland durchführen. Die so erzielten Verringerungen werden dann auf die eigene nationale Reduktionsverpflichtung angerechnet.

Dabei werden bislang zwei Projekttypen –Joint Implementation und Clean Development Mechanism– unterschieden. Beide Projektmechanismen laufen allerdings zusammen mit dem Kyoto-Protokoll im Jahr 2020 aus.

Ab 2021 greift das 2015 verabschiedete Pariser Klimaschutzabkommen. Artikel 6 des Abkommens sieht ebenfalls die internationale Nutzung von neuen Marktmechanismen zur Erfüllung von Klimaschutzbeiträgen der teilnehmenden Staaten vor.

Unsere Experten unterstützen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) bei der Konzeption dieser Instrumente und bei der Erarbeitung der Ausführungsvorschriften im Rahmen der Klimaverhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen (UNFCCC).

20.08.2018

Weitere Informationen über Klimaschutzprojekte

Linking: Internationales Expertentreffen 2014

Am 13. und 14.10.2014 fand das internationale Expertentreffen ,,A Comparison of Various MRV Systems in the Context of ETS Designing and Linking – Development of a Good Practice“ in Berlin statt, um das Thema „Monitoring, Reporting and Verification (MRV)“ auf Anlagenebene mit Blick auf mögliche Verknüpfungen von Emissionshandelssystemen (Linking) und dem Design neuer Emissionshandelssysteme zu diskutieren. Hier finden Sie Ländersteckbriefe, eine Zusammenfassung der Konferenzergebnisse sowie die Präsentationen aller Vortragenden.

20.08.2018

Ländersteckbriefe

Kurzzusammenfassung zur Konferenz

Präsentationen

Internationale Aktivitäten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen international zahlreiche und vielfältige Aufgaben im Bereich des Emissionshandels. Wir fördern und unterstützen unter anderem mit gezieltem Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch den Aufbau nationaler Emissionshandelssysteme in Nicht-EU-Ländern. Hierbei arbeiten wir eng mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zusammen.

Den Wissenstransfer gestalten wir in Form von „study visits“, Expertentrainings und Workshops sowie Inhouse-Veranstaltungen maßgeblich mit. Referenten aus nahezu allen Facheinheiten bieten passgenaue Präsentationen und Diskussionsrunden an und berücksichtigen dabei die spezifischen inhaltlichen Fragestellungen, die Situation des jeweiligen Landes sowie den fachlichen, politischen Hintergrund. Darüber hinaus vermitteln wir Experten in Auslandseinsätze und unterstützen bei der Erstellung und Aktualisierung von umfangreichen Schulungsunterlagen.

Experteneinsätze und Schulungen finden oftmals im Rahmen des sogenannten Twinning- Programms der EU oder von GIZ- Projekten im Auftrag der Bundesregierung statt, beispielsweise in China, Süd-Korea, Mexiko, Chile, Serbien, der Türkei und der Ukraine. Wir betreuen auch Stipendiaten der Alexander-von-Humboldt-Stiftung sowie Hospitationen und Besuchergruppen.

20.08.2018

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