Versteigerungen in der zweiten Handelsperiode (2008-2012)

Überblick

Seit Januar 2010 bietet die Bundesrepublik Deutschland jährlich rund 41 Millionen Emissionsberechtigungen (EUA) zur Versteigerung an. Insgesamt beträgt die Versteigerungsmenge etwa neun Prozent des nationalen Emissionshandelsbudgets. Diese wurde 2008 und 2009 freihändig an Börsenplätzen veräußert. Nach einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) werden die Auktionen bis 2012 wöchentlich am Spot- und Termin-Markt der Leipziger Energiebörse EEX (European Energy Exchange) durchgeführt.

In den ersten beiden Auktionsjahren 2010 und 2011 wurden in 180 Einzelauktionen insgesamt 81,82 Millionen EUAs versteigert. Dies entspricht einem Gesamtwert von über 1,15 Milliarden Euro und einem Durchschnittserlös von rund 14,08 Euro. Die Abweichungen der Zuschlagspreise von den Leitmärkten lagen dabei weitgehend im Promillebereich. Damit konnten die Versteigerungen nahezu synchron zur Entwicklung des Gesamtmarkts durchgeführt werden.

Die aktuellen Auktionsergebnisse werden im Anschluss an die Versteigerung im Handelssystem und auf der EEX Internetseite veröffentlicht.

Gemäß der Emissionshandels-Versteigerungsverordnung 2012 (EHVV 2012) übernimmt die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt, als zuständige Stelle verschiedene Aufgaben innerhalb der Versteigerungen. Wir sind Anbieter der Emissionsberechtigungen. Diese Funktion übernimmt derzeit die KfW Bankengruppe in unserem Auftrag. Die KfW war bereits im Auftrag der Bundesregierung mit den Verkäufen 2008 und 2009 betraut und hat dabei Erfahrungen sammeln können, die wichtig sind, um eine Anbieterfunktion an einer Emissionshandelsbörse auszuüben. In Fällen verzerrenden Bieterverhaltens legen wir abhelfende Gegenmaßnahmen fest und ergänzen so bestehende Börsenaufsichtsstrukturen. Darüber hinaus veröffentlichen wir regelmäßig Auswertungsberichte, die Sie als Öffentlichkeit und Marktteilnehmer über die Versteigerungsergebnisse informieren.

Verfahren

Die wöchentlichen Versteigerungen von Termin- und Spot-Kontrakten an der EEX sind Bestandteil des regulären Börsenhandels. Dadurch können die hohen Sicherheitsstandards der börsenüblichen Aufsichts- und Abwicklungsstrukturen auch bei den Auktionen am Primärmarkt angewendet werden. Der Börsenansatz als sicheres und kosteneffizientes Instrument wird auch bei den europaweiten Versteigerungen in der dritten Handelsperiode zum Einsatz kommen.

Das konkrete Verfahren für die laufenden Versteigerungen ist weitgehend in der Emissionshandels-Versteigerungsverordnung 2012 festgelegt. Die Auktionen erfolgen nach dem Einheitspreisverfahren mit einer Bieterrunde. Der Zuschlagspreis wird ermittelt, indem alle zugelassenen Gebote nach der Höhe des Gebotspreises gereiht werden. Dabei wird mit dem höchsten Gebot begonnen. Von diesem ausgehend werden die Mengen der Gebote summiert. Der Gebotspreis, bei dem die Summe der Gebotsmengen die angebotene Menge EUA erreicht oder überschreitet, legt den Zuschlagspreis fest und ist mit diesem identisch. Da die Versteigerungen mit einem geschlossenen Orderbuch durchgeführt werden, kann jeder Bieter nur die eigenen abgegebenen Gebote einsehen. Für Versteigerungen am Spot-Markt beträgt die Mindestgebotsmenge 500 EUA, am Termin-Markt 1.000 EUA.

Eine Übersicht zu den Primärmarktauktionen finden Sie auf der EEX Internetseite.

Teilnahme

Weitere Informationen

Internetseite der EEX

Die Teilnahme ist direkt als EEX-Mitglied oder indirekt über einen Broker oder als Kunde eines EEX-Mitglieds (z.B. einer Bank) möglich. Somit ist sichergestellt, dass auch kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene Handelsabteilung von der Teilnahme an den Versteigerungen profitieren können. Börsenmitglieder, die bereits für den Emissionshandel an der EEX zugelassen sind, können ohne zusätzlichen Aufwand und ohne separate Fixkosten an den wöchentlichen Versteigerungen teilnehmen.

Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen finden Sie auf der EEX Internetseite.

Mengen

Neben der gesetzlich fixierten Jahresgrundmenge von 40 Mio. EUA werden jährlich weitere EUA aus der nationalen Reserve versteigert. Von dem Erlös werden die Kosten gedeckt, die dem Bund durch die Wahrnehmung seiner Aufgaben im Emissionshandel entstehen (Refinanzierungsmenge). 2012 werden außerdem zusätzliche Reservemengen versteigert, um Ausgaben zu refinanzieren, die durch die Rückerstattung der Allgemeinen Emissionshandelsgebühr gemäß der Emissionshandels-Kostenverordnung 2007 anfallen (Refinanzierungssondermenge).
Diese jährlichen Refinanzierungs- und Refinanzierungssondermengen ergeben sich aus den durchschnittlichen Zuschlagspreisen der Kalendermonate Januar bis Oktober und dem nominalen Refinanzierungsbedarf (Systemkosten). Die entsprechenden Mengen geben wir auf unserer Internetseite bis spätestens 05.11. eines Jahres bekannt. Damit steht ab diesem Stichtag auch die jeweils zu versteigernde Jahresgesamtmenge fest.

Die jährliche Gesamtmenge lag 2010 und 2011 bei rund 41 Mio. EUA. Dies entspricht auch ungefähr den KfW-Veräußerungsmengen von 2008 und 2009. Aufgrund der Refinanzierungssondermenge dürfte der Gesamtumfang in 2012 aber erstmals deutlich über diesem Wert liegen.

Die Bekanntmachungen der letzten beiden Jahre finden Sie ebenfalls auf unserer Internetseite.

Termine

Die Versteigerungen finden zweimal wöchentlich am Spot- und Termin-Markt der EEX statt. In den Jahren 2010 und 2011 wurden zwischen Januar und Oktober in separaten Auktionen dienstags 300.000 EUA zur sofortigen Erfüllung (Spot-Kontrakt) und mittwochs 570.000 EUA zur Lieferung im Dezember des laufenden Jahres (Termin-Kontrakt) angeboten. Ab November wurden dann wöchentlich 870.000 EUA ausschließlich am Spot-Markt versteigert. Ausnahmen ergaben sich nur bei den jeweiligen Jahresendversteigerungen. Hier wurden in Abhängigkeit von der Jahresgesamtmenge 252.500 bzw. 655.500 EUA versteigert.

In 2012 werden die Auktionsmengen gegenüber den Jahren 2010 und 2011 leicht angehoben. Die wöchentliche Angebotsmenge für den Termin-Kontrakt (F2EA) steigt ab Januar auf 645.000 EUA und ab Juni auf 850.000 EUA, die Angebotsmenge für den Spot-Kontrakt (T2PA) bleibt hingegen in diesem Zeitraum unverändert bei 300.000 EUA pro Woche. Ab November 2012 erhöht sich die reguläre Angebotsmenge am Spot-Markt auf wöchentlich 1.150.000 EUA. Der Grund für diese Anhebung ist die Refinanzierungssondermenge in 2012.

Einzelheiten können Sie dem EEX Auktionskalender für 2012 entnehmen.

Zum Thema

Download: Auktionskalender 2012 der EEX (nur in Englisch)

Stand: 13.08.2012

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