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Umweltbundesamt - Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) (Link zur Startseite)DEHSt - Versteigerung 2008-2012

Versteigerungen in der zweiten Handelsperiode (2008-2012)

Überblick

Zwischen Januar 2010 und November 2012 bot die Bundesrepublik Deutschland jährlich rund 41 Millionen Emissionsberechtigungen (EUA) zur Versteigerung an. Insgesamt betrug die Versteigerungsmenge etwa 10 Prozent des nationalen Emissionshandelsbudgets. Eine ebenso hohe Menge wurde 2008 und 2009 freihändig an Börsenplätzen veräußert. Nach einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) wurden die Auktionen bis 2012 wöchentlich am Spot- und Termin-Markt der Leipziger Energiebörse EEX (European Energy Exchange) durchgeführt.

In den Auktionsjahren 2010 bis 2012 wurden in 269 Einzelauktionen insgesamt rund 130 Millionen EUA versteigert. Dies entspricht einem Gesamtwert von über 1,5 Milliarden Euro und einem Durchschnittserlös von 11,64 Euro. Die Abweichungen der Zuschlagspreise von den Leitmärkten lagen dabei weitgehend im Promillebereich. Damit konnten die Versteigerungen nahezu synchron zur Entwicklung des Gesamtmarkts durchgeführt werden. Die in das Jahr 2012 vorgezogenen Versteigerungen der dritten Handelsperiode sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Unter Hinzurechnung der zwischen 2008 und 2009 durch die KfW direkt an Emissionshandelsbörsen verkauften Berechtigungen beläuft sich das deutsche Veräußerungsvolumen der zweiten Handelsperiode auf rund 212 Millionen EUA im Gesamtwert von über 3 Milliarden Euro (siehe folgende Tabelle). Damit hat die Bundesrepublik den europarechtlich gesetzten Rahmen zur Veräußerung von Emissionsberechtigungen vollumfänglich ausgeschöpft.

JahrTypTermine*Veräußerte
Menge
Durch-
schnittlicher
Verkaufspreis**
Erlöse
Gesamt (EUA 2. HP)269212.056.00014,17 €3.005.170.559 €
2008Verkauf
(EUA 2. HP)
 41.005.00023,16 €949.510.950 €
2009Verkauf
(EUA 2. HP)
 41.125.00013,22 €543.544.744 €
2010Versteigerung
(EUA 2. HP)
9141.142.50014,36 €590.946.850 €
2011Versteigerung
(EUA 2. HP)
8940.675.50013,81 €561.569.835 €
2012Versteigerung
(EUA 2. HP)
8948.108.0007,47 €359.598.180 €

*Versteigerungstermine
** volumengewichteter Durchschnitt

Die aktuellen Auktionsergebnisse werden im Anschluss an die Versteigerung im Handelssystem und auf der EEX Internetseite veröffentlicht.

Gemäß der Emissionshandels-Versteigerungsverordnung 2012 (EHVV 2012) übernahm die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt als zuständige Stelle verschiedene Aufgaben innerhalb der Versteigerungen. Wir sind "Anbieter" der Emissionsberechtigungen. Diese Funktion übernahm die KfW Bankengruppe in unserem Auftrag. Die KfW war bereits im Auftrag der Bundesregierung mit den Verkäufen 2008 und 2009 betraut und hatte dabei Erfahrungen sammeln können, die wichtig sind, um eine Anbieterfunktion an einer Emissionshandelsbörse auszuüben. In Fällen verzerrenden Bieterverhaltens hätten wir abhelfende Gegenmaßnahmen festlegen können und ergänzten so bestehende Börsenaufsichtsstrukturen. Darüber hinaus veröffentlichten wir regelmäßig Auswertungsberichte zur zweiten Handelsperiode, die Sie als Öffentlichkeit und Marktteilnehmer über die Versteigerungsergebnisse informierten.

Verfahren

Die wöchentlichen Versteigerungen von Termin- und Spot-Kontrakten an der EEX waren Bestandteil des regulären Börsenhandels. Dadurch konnten die hohen Sicherheitsstandards der börsenüblichen Aufsichts- und Abwicklungsstrukturen auch bei den Auktionen am Primärmarkt angewendet werden. Der Börsenansatz als sicheres und kosteneffizientes Instrument kommt auch bei den europaweiten Versteigerungen in der dritten Handelsperiode zum Einsatz.

Das konkrete Verfahren für die laufenden Versteigerungen war weitgehend in der Emissionshandels-Versteigerungsverordnung 2012 (EHVV 2012) festgelegt. Die Auktionen erfolgten nach dem Einheitspreisverfahren mit einer Bieterrunde. Der Zuschlagspreis wurde ermittelt, indem alle zugelassenen Gebote nach der Höhe des Gebotspreises gereiht werden. Dabei wird mit dem höchsten Gebot begonnen. Von diesem ausgehend werden die Mengen der Gebote summiert. Der Gebotspreis, bei dem die Summe der Gebotsmengen die angebotene Menge EUA erreicht oder überschreitet, legt den Zuschlagspreis fest und ist mit diesem identisch. Da die Versteigerungen mit einem geschlossenen Orderbuch durchgeführt werden, kann jeder Bieter nur die eigenen abgegebenen Gebote einsehen. Für Versteigerungen am Spot-Markt betrug die Mindestgebotsmenge 500 EUA, am Termin-Markt 1.000 EUA.

Teilnahme

Weitere Informationen

Internetseite der EEX

Die Teilnahme war direkt als EEX-Mitglied oder indirekt über einen Broker oder als Kunde eines EEX-Mitglieds (z.B. einer Bank) möglich. Somit war sichergestellt, dass auch kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene Handelsabteilung von der Teilnahme an den Versteigerungen profitieren können. Börsenmitglieder, die bereits für den Emissionshandel an der EEX zugelassen sind, konnten ohne zusätzlichen Aufwand und ohne separate Fixkosten an den wöchentlichen Versteigerungen teilnehmen.

Mengen

Neben der gesetzlich fixierten Jahresgrundmenge von 40 Mio. EUA wurden jährlich weitere EUA aus der nationalen Reserve versteigert. Aus den Erlösen wurden die Kosten gedeckt, die dem Bund durch die Wahrnehmung seiner Aufgaben im Emissionshandel entstanden (Refinanzierungsmenge). 2012 wurden außerdem zusätzliche Reservemengen versteigert, um Ausgaben zu refinanzieren, die durch die Rückerstattung der Allgemeinen Emissionshandelsgebühr gemäß der Emissionshandels-Kostenverordnung 2007 anfallen (Refinanzierungssondermenge).

Die jährlichen Refinanzierungs- und Refinanzierungssondermengen ergaben sich aus den durchschnittlichen Zuschlagspreisen der Kalendermonate Januar bis Oktober und dem nominalen Refinanzierungsbedarf (Systemkosten). Die entsprechenden Mengen gaben wir auf unserer Internetseite bis spätestens 05.11. eines Jahres bekannt. Damit stand ab diesem Stichtag auch die jeweils zu versteigernde Jahresgesamtmenge fest.

Die jährliche Refinanzierungsmenge lag 2010 und 2011 bei rund 1 Mio. EUA. Dies entspricht auch ungefähr den KfW-Veräußerungsmengen von 2008 und 2009 zur Refinanzierung der DEHSt. Aufgrund der Refinanzierungssondermenge und den relative niedrigen Marktpreisen lag der Gesamtumfang in 2012 aber mit rund 8 Mio. EUA erstmals deutlich über diesem Wert.

Die Bekanntmachungen zur Refinanzierungsmenge der letzten drei Jahre finden Sie ebenfalls auf unserer Internetseite.

Termine

Die Versteigerungen fanden zweimal wöchentlich am Spot- und Termin-Markt der EEX statt. In den Jahren 2010 und 2011 wurden zwischen Januar und Oktober in separaten Auktionen dienstags 300.000 EUA zur sofortigen Erfüllung (Spot-Kontrakt) und mittwochs 570.000 EUA zur Lieferung im Dezember des laufenden Jahres (Termin-Kontrakt) angeboten. Ab November wurden dann wöchentlich 870.000 EUA ausschließlich am Spot-Markt versteigert. Ausnahmen ergaben sich nur bei den jeweiligen Jahresendversteigerungen. Hier wurden in Abhängigkeit von der Jahresgesamtmenge 252.500 bzw. 655.500 EUA versteigert.

In 2012 wurden die Auktionsmengen gegenüber den Jahren 2010 und 2011 leicht angehoben. Die wöchentliche Angebotsmenge für den Termin-Kontrakt (F2EA) lag ab Januar bei 645.000 EUA und ab Juni bei 850.000 EUA, die Angebotsmenge für den Spot-Kontrakt (T2PA) blieb hingegen in diesem Zeitraum unverändert bei 300.000 EUA pro Woche. Im November 2012 erhöhte sich die reguläre Angebotsmenge am Spot-Markt auf wöchentlich 1.150.000 EUA. Der Grund für diese Anhebung war die Refinanzierungssondermenge in 2012.

Zum Thema

Download: Auktionskalender 2012 der EEX (nur auf Englisch)

Stand: 22.01.2014

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